Auf diese CD hatte ich als Hardcore-Soft Cell-Fan viele Jahre gewartet. Dann kam vorab die Maxi-CD "Monoculture". Die fand ich grauenhaft schlecht. Überproduziert, keine richtige Melodie - was bei dem Titel vielleicht gewollt war - Marcs Stimme in den Hintergrund gerückt, schlicht langweilig. Da die Single-Auskopplungen bei Soft Cell selten die wirklich guten Stücke auf den Alben waren, wartete ich eben die Veröffentlichung von "Cruelty Without Beauty" ab. Das Schlimme: Sie enthält nur zwei gute Stücke, bei denen die alte Klasse durchschimmert. Das ist einmal "Whatever It Takes" mit einem witzigen, boshaften Text und einer charmanten Melodie. Herausragend ist jedoch "Together Alone": Eine hypnotische Melodie, ein wunderbarer Text, so hatte ich mir das ganze Album gewünscht. Dann hätte ich fünf Sterne vergeben. Wegen "Together Alone" werden es immerhin noch drei. Die restlichen Stücke: Teilweise dumpf klingend, uninspirierte Rhythmen, langweilige Melodien, eine völlig verkorkste Coverversion ("The Night"). Teilweise wurde "Last Chance" mit "Say Hello, Wave Goodbye" verglichen. Das bedeutet, Modern Talking mit New Order zu vergleichen. Marc Almond selbst hat auf der "Glorious"-MCD das geniale "Fur" veröffentlicht, das alle Qualitäten hat, die Soft Cell ausgemacht haben. Diese CD hat jedenfalls nur sehr wenige davon.