Ich war anfangs sehr skeptisch bezüglich "Crossing Over", nicht nur aufgrund der Tatsache, dass ich nie ein wirklich großer Fan von Harrison Ford war, die Filme meiner Sammlung, in denen er mitspielte schon ein paar Semester auf dem Buckel haben (wie "Frantic) und mir eine Menge seiner letzten Streifen eine Spur zu patriotisch rüberkamen. Auf der anderen Seite, weil Wayne Kramer mit "Cooler" eine wirklich großartige Regiearbeit ablieferte, mich aber "Running Scared" im Gegensatz zu einigen Bewertern hier vollkommen langweilte.
Erzählt wird die Geschichte von Harrsion Ford als Polizist der amerikanischen Einwanderungsbehörde, der zusammen mit seinen Kollegen spontane Razzien in Fabriken durchführt, um "illegale Arbeiter" ausfindigzumachen und deren Abschiebung vorzubereiten. Während einer dieser Spontanaktionen gerät er an eine mexikanische Frau ohne Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis, die ihn bittet, sich um das Kind, welches sie zurücklassen muß, zu kümmern. Harrison Ford fängt von diesem Punkt an, sich mit dem Schicksal der Frau zu beschäftigen. In parallel dazu stattfindenden Episoden wird die Geschichte eines Arbeitskollegen erzählt, dessen Familie mit muslimischen Background bereits größtenteils eingebürgert wurde und zeigt in eindrucksvollen Bildern die Verschleierung der Reproduktion von Eliten (um mal, aus soziologischer Sicht Pierre Bourdieu zu zitieren), einer Australierin, die versucht an eine der begehrten Green Cards zu gelangen, dabei an den kaputten Ray Liotta gerät, dessen Frau, Ashley Judd, sinnigerweise in einer Anlaufstelle für von der Abschiebung bedrohten Menschen arbeitet (by the way, ist Liotta eigentlich bescheuert sich ebenfalls unters Messer gelegt zu haben? Grade sein makantes Narbengesicht machten für mich seinen Charme aus) und einer asiatischen Familie, die den Tag der Einbürgerung gar nicht abwarten kann, während der Sohn den Beginn einer potenziell schwerwiegenden Tragödie einleitet.
Teilweise erinnert mich "Crossing Over" an "LA Crash" ohne dieses Level durchgehend halten zu können. Das Thema Einbürgerung und Einwanderung scheint an seiner Aktualität in heutigen Zeiten der "Drittstaaten-Regelung" in unserem Land auch von hiesiger Bedeutung. Die einzelnen Geschichten sind gut inszeniert und technisch umgesetzt. Das Zusammenlaufen einiger Stränge ist logisch nachvollziehbar, stimmig und clever umgesetzt und auch die schauspielerische Leistung isnbesondere von Ford, Judd und Liotta sind lobend zu erwähnen. Für 5 Sterne fehlt mir allerdings ein wenig, was genau kann ich nicht sagen, nichts desto trotz setzt sich "Crossing Over" angenehm von einigen Filmen des Jahres 2009, insbesondere in der Kategorie "Politfilm im weitesten Sinne, ab.