Den Gang zur Videothek und auf die Empfehlung meiner Liebsten gezaudert, sahen wir den Film. Besser als "Wetten dass ..." allemal, dachte ich mir. Erwartet hatte ich ein echten Harrison Ford-Film (nicht negativ gemeint), doch siehe da, ..., der Storyaufbau mit seinen div. Handlungssträngen, ist in Machart von Paul Haggis "L.A. Crash" und an Paul T. Andersons "Magnolia" getrickst, kommt aber vom Erzählrhythmus und seiner Ausstrahlung S. Soderberghs "Traffic" am nächsten. Harrison bleibt dezent im Hintergrund und erscheint nur sporadisch, durch die div. Erzählebenen. Glänzend auch der wie immer klasse von Udo Schenk synchronisierte Ray Liotta, der zum Ende hin von mir mit Mitleid bedacht.
Wer also Geschmack an den oben erwähnten Filmen hat, nur zu. Auch für die, die unter einer H. Ford-Phobie leiden, seien entwarnt. Ford bestimmt, wie schon erwähnt, nicht den ganzen Film in seiner unnachahmlichen Spielart. Wer aber überdies Han-Solo-Indy-Jones-Fan ist, der sollte sich natürlich das Migrantenepos nicht entgehen lassen.
Durch die Bank agieren alle Darsteller auf hohem bis sehr hohem Niveau. Die Nöte der Latinos, Muslime und weißen illegal lebenden Einwanderer sind bestimmt nah am Leben gedrechselt. Auch wenn für mich die Kwik-E-Mart-Szene dann doch etwas Actionkinocharme versprüht und die vier Toten durch den ansonsten glaubwürdigen Film unglaubwürdig in Bruce Willis-Manier geshootet werden, tut es der Dramaturgie keinen nennenswerten Abbruch.
Ich war aufs angenehmste überrascht und vergebe 4 DICKE AMAZONSTERNE.