Große Schwierigkeiten bereitete mir der Einstieg in den erotischen Roman "Crossfire - Versuchung" von Sylvia Day, denn ich habe ständig nach Parallelen zur Shades of Grey Reihe von E.L James gesucht und bin auch leider mehr als einmal fündig geworden. Die Geschichte ist sehr ähnlich aufgebaut, denn es handelt auch von einer hübschen, intelligenten jungen Frau, die sich in einem reichen Geschäftsführer verliebt. Diese Beziehung ist natürlich alles andere als einfach und so braucht sie einen liebevollen, hilfsbereiten Mitbewohner (Ja, in diesem Fall ist es ein Mitbewohner), welcher ihr in den schlimmsten Momenten zur Seite steht.
Sylvia Days erster Band "Versuchung" der erotischen Reihe "Crossfire" hat mich ein wenig enttäuscht. Denn die Handlung ist nicht wirklich etwas Neues und hält kaum eine Überraschung bereit. Spannungstechnisch plätschert die Handlung vor sich hin, was wirklich äußerst schade ist. Für mich hat das gesamte Buch den selben Ablauf: Die Protagonisten haben Sex, einer der beiden läuft davon, weil ihm irgendetwa nicht passt, dann schreien sie sich gegenseitig an und haben wieder Sex und so weiter. Man kann die nächste Szene förmlich voraus sagen, was natürlich nicht spannungsfördernd ist. Noch hinzu kommt, dass ich einfach nicht aus dem Vergleich zu E L James Reihe "Shades of Grey" lösen konnte. Was die Liebesgeschichte zwischen Ana und Christian hat, fehlte hier leider an Pepp. Der Schreibstil der Autorin hingegen gefiel mir besser, als der von E L James. Hier macht sich einfach die Jahrelange Schreiberei der Autorin bemerkbar und was sie eben einfach an Schreiberfahrung hat. Die Ortsbeschreibungen von den Galas und natürlich auch die Kleidungsbeschreibungen sind teilweise wirklich wunderschön und definitiv nicht zu toppen. Der Leser merkt sofort wie begeistert die Protagonistin von New York ist und die Begeisterung schwappt über. Allerdings gibt es beim Schreibstil auch einen kleinen Minuspunkt: die erotischen Szenen. Ich bin eigentlich ein Fan von Erotikromanen und die Sexszenen schrecken mich keinesfalls ab, aber die Autorin beschreibt mir diese teilweise zu vulgär und primitiv. Das hätte man auch anders ausdrücken können. Zusätzlich waren mir die Sexszenen zu langweilig, denn irgendwie haben diese sich extrem geglichen, sodass der Leser das Gefühl bekommt, als hätte die Autorin nur die Copy und Paste Taste gedrückt. Trotzdem war die eigentliche sexuelle Handlung sehr sinnlich und der erotische Funke sprang über. Wie ihr bereits merkt, fällt es mir unglaublich schwierig dieses Buch zu berwerten, denn einige Aspekte fallen mir unglaublich gut, andere hingegen überhaupt nicht.
Für mich war das Kennenlernen der Protagonisten Eva und Gideon recht unrealistisch, denn Gideon flüstert Eva schon nach dem zweiten Aufeinandertreffen zu, dass er Sex mit ihr möchte und das ist von mir noch harmlos ausgedrückt. Zu Beginn erscheint einem diese Handlung von Gideon vielleicht noch als logisch, aber sobald man diesen im Laufe der Geschichte besser kennenlernt, passt dieses Handlen absolut nicht zu ihm. Denn er gesteht Eva sogar, dass er in den letzten Jahren, bevor er sie getroffen hat, so gut wie gar keinen Sex hatte, außerdem wirkt wer von Seite zu Seite verletzlicher und kristallisiert sich als Einzelgänger heraus.
Eigentlich ziehe ich keine Vergleiche zu anderen Büchern, aber ich kam beim Lesen von Crossfire einfach nicht mehr die Handlung von Shades of Grey aus dem Kopf. Alle Personen bis auf eine Ausnahme, zu der ich gleich komme, passen zu denen aus Shades of Grey perfekt. Gut ihr Partyversessener, gutaussehender Mitbewohner ist männlich und nicht weibliche, trotzdem deckt er sich ansonsten mit Anas Mitbewohnerin und bester Freundin sehr gut. Auch Evas Familie ähnelt Anas sehr, denn ihre Mutter ist auch geschieden und neu verheiratet und ihr leiblicher Vater lebt alleine und ist immer noch in Evas Mutter verliebt. Klar, wenn man dann genauer hinschaut gibt es dann einige Unterschiede, aber die Grundzüge sind gleich. Besonders fällt mir dies beim Protagonisten Gideon Cross auf. Dieser ist im Grunde ein Ebenbild von Christian. Auch Gideon ist ein Millionenschwerer junger Geschäftsmann, welcher unglaublich attraktiv ist und die Damenwelt nur so anzieht. Allerdings wirkt er nach Außen wie ein kalter Felsbrocken, eben der typische Einzelgänger, aber sobald man diesen kennenlernt, wirkt er eher wie ein schmuse- und liebesbedürftiges kleines Kätzchen, das Angst vor dem Alleinsein und dem Verletztwerden hat. Auch Gideon birgt ein dunkles Geheimnis, welches Eva bisher noch nicht erfahren durfte. Und nun komme ich zu dem abweichenden Charakter: Die Protagonistin Eva. Sie hat absolut gar nichts mit Ana gemeinsam, ehrlich gesagt, ist sie sogar das genaue Gegenteil. Sie ist sehr extrovertiert, extrem selbstsicher, ehrgeizig und hat eine sehr sexreiche Erfahrung und nimmt was dieses Thema angeht auch kein Blatt vor den Mund. Nun kommt es drauf an, welche Menschenart der Leser als angenehmer empfindet und bevorzugen würde.
Allerdings hoffe ich sehr, dass die Autorin im zweiten Band aus ihrem Handlungsmuster Sex-Weglaufen-Anschreien-Sex-... heraustritt und den Leser einmal überraschen kann. Deswegen bin ich wirklich gespannt, ob sie mit Offenbarung überzeugen kann. Denn auch das Ende von "Versuchung" fand ich nicht berauschend, es passt zum Rest der Handlung hatte aber nichts spannendes, was den Leser dazu auffordert den nächsten Band zu kaufen.