MEDIUM:
- Bild: normale Schärfe, Schwarzwerte nicht überragend, (die Blu-ray lohnt sich bildmäßig)
- Ton: sehr gelungene Abstimmung zwischen Dialog und Actionpassagen, Räumlichkeit gut wenn vorhanden, aber nicht gross ausgereizt, außer in Actionszenen
Blu-ray: DTS-HD MA 5.1 (!) in Deutsch, DVD: DTS 5.1 + DD 5.1
- Extras: Trailer, making-of (ca. 40 min.)
- Sonstiges: Wendecover (DVD)
FILM (OHNE SPOILER):
Die Liste an guten Geschichten in spannenden sehr europäisch wirkenden französischen Thrillern ist lang und CROSSFIRE reiht sich hier wunderbar und mit Bravour in den oberen Plätzen ein. Der Film spielt alle Stärken seiner Vorbilder aus und kann durch sehr gute Schauspieler, eine überzeugende Story, einen guten Schuß brutaler shoot-outs und einem furiosen und unerwarteten Finale glänzen.
Die Story hört sich ganz konventionell an (OHNE SPOILER !): Vincent Drieu (Richard Berry) ist Polizist und wird aus unbekannten Gründen in die Provinz versetzt. Er wundert sich mit welchen Methoden auf dem neuen Revier ermittelt oder eben vor allem nicht ermittelt wird. Er will sich weder mit diesem Zustand noch mit der Kriminalität in dem Ort abfinden und der Kampf beginnt.....
Der Film befindet sich für mich in einer Liga mit ähnlich gelagerten und guten Filmen wie 22 BULLETS, EIN PROPHET, KEIN STERBENSWORT, SPURLOS, OHNE SCHULD, MR 73 usw. Die Liste soll auch als kleiner Tipp für weitere gute Filme dienen wenn dieser hier gefallen hat. In typisch französischer Thriller-Art wird hier ganz knochentrocken, ernst und fast ohne Humor und mit starken, tiefgehend vorgestellten Charakteren eine eigentlich gradlinige Story mit dennoch einigen Geheimnissen vorgetragen. Die Action findet vor allem am Anfang und am Ende statt, dazwischen baut sich die Spannung geschickt auf, den man kennt die wahre Geschichte des Protagonisten nicht.
Vielleicht ist das Ende schon fast comichaft übertrieben und das ein oder andere Verhalten der Polizeikollegen etwas schwarz-weiß ausgefallen, aber es tut dem sehr konsistenten Bild des Films keinen Abbruch. Die knapp 93 Minuten vergehen wie im Flug und die schroffe Industrie-Städchen Atmosphäre wird sehr gut eingefangen. Aufgrund der guten und extrem realistischen Figurenzeichnung der schrägen Charaktere sowie der Konsequenz und Brutalität von CROSSFIRE wirkt ein deutscher Tatort im Vergleich wie die Augsburger Puppenkiste.
4/5 shoot-outs ...äh,...Punkten