Böse Zungen könnten behaupten, dass Brandon Flowers sich mit seinem Solo-Debüt auf eben den mit seiner Band "The Killers" bereits ausgetretenen Pfaden zwischen kernigem Brit-Rock und zuckersüßem Radio-Pop bewegt, die wir alle bereit mit seiner markanten Stimme nunmehr seit mehreren Jahren verbinden. Doch solcherlei missgünstige Kritik kann man sich in Hinblick auf "Crossfire" getrost sparen, denn der Ober-Killer liefert hier ein wenn auch nicht innovatives, so doch perfekt durchkonzipiertes und -komponiertes Stück radiotauglichen Pop-Rock an, wie man ihn sich sehr gerne im Autoradio auf dem Weg zur Arbeit oder bei einem Glas Wein mit den Freunden oder der Liebsten zu Gemüte führt. Das Midtempo-Stück beginnt gelassen bis melancholisch; die Strophe baut sich gemächlich auf und kulminiert schließlich in einem hochemotionalen, voller Inbrunst vorgetragenen Herzschmerz-Refrain. Der schönste Moment des Songs ist für mich jedoch der Tonartwechsel, der die Überleitung zur Bridge bildet ("Tell the devil he can go to from where he came..."); dieser Part des Songs wirkt so wunderbar warm und versöhnlich, geht aber zum Abschluss natürlich nochmal in den tollen Refrain über, um so den Song ausklingen zu lassen. Für die einen ist das vielleicht Pop vom Reißbrett, aber letztendlich kann und soll doch nun wirklich nicht jeder Musiker ständig innovieren und das Rad neu erfinden müssen. Ich finde, man kann froh sein, dass man auch im 21. Jahrhundert noch fähige Komponisten hat, die aus Überzeugung dem gefälligen und radiotauglichen Gitarrenrock nachgehen - jener ebenso einfachen wie bezaubernden Stilistik, die wir alle seit den Beatles so lieben.