Nun also ein neues T(i)NC Album. Eigentlich hätte ich ehrlich gesagt nicht mehr damit gerechnet. Hört man doch mehr von Frontmann Dennis Lyxzéns Nebenprojekten als von seiner eigentlichen Band. Doch genug geplänkel... Album gekauft und reingehört. Erster Eindruck: Leider, wie schon Armed Love ein wenig überproduziert. Wer von Revolution und Anti-Kapitalismus singt, sollte auch dementsprechend rotzig klingen. So ja auf den ersten beiden Alben (noch beim Kult-Label "Burning Heart Records"), die man vorbehaltlos empfehlen kann. Hier leider, leider zuviel des Guten. Die Songs berühren leider auch nicht mehr in solch gut produzierter Form. Live bestimmt immer noch unfassbare Brecher, aber hier... zuviel Rolling Stones, statt The Doors.
Schön: Lyxzén in seinem Besten Schwedenenglisch singt "Hiroshima Mon Amour" ;) , in "Child of God" und vorallem "Black September" hört man fast etwas wie "Refused" in Lyxzéns Schreien und "Boredom of Safety" wäre bestimmt, hätte man die soulige Backroundsängerin gestrichen, eine der bsten T(I)NC-Hymnen ever geworden ("A Fist in your Pocket, you want hold high").
Doch genau an solchem Schnickschnack hakt es leider. Bestes Beispiel: "Cross of May Calling". Über 8 Minuten Langeweile zwischen Pop-Blödsinn und dem Versuch ein wenig Identität zu erhalten.
Wo wollen sie hin, unsere Lieblings-Schweden? Wir wissen es nicht... auf jeden Fall splittert die Idee hinter The (international) Noise Conspiracy. Sie zerbricht NOCH nicht. Aber die ersten Kratzer sind unübersehbar.