Der Film behandelt die Problematik der modernen Intensivmedizin. Genauer gesagt: Es geht um die in diesem technischen Umfeld betroffenen Personen und ihre möglichen Konflikte und Entscheidungsdilemmata. Dies wird am Beispiel des Arztes Dr. Werner Ernst deutlich, der über die weitere Behandlung eines Patienten zu entscheiden hat, der sich in einem persistenten vegetativen Zustand befindet. Die zwei Töchter Connie und Felicia des Patienten versuchen je auf ihre Weise, den Arzt auf ihre Seite zu bringen: Stirbt der Patient vor Ablauf von drei Wochen, bekommt Felicia das ganze Vermögen; stirbt er danach, wird Connie zu dessen Alleinverwalterin. Es kommt zu einer gerichtlichen Anhörung, bei der schließlich eine überraschende Wende eintritt. Dem Arzt Dr. Ernst wird bewusst, dass er vor allem dem Wohl des Patienten verpflichtet ist und niemandem sonst und er auf dieser Grundlage seine Entscheidungen zu treffen hat. Mit salomonischer Klugheit erreicht er eine Einigung der beiden Kontrahentinnen, und der Patient kann in Frieden sterben, ohne dass ihm die Last einer weiteren Behandlung aufgebürdet würde. Der Film lässt manche Fragen offen (vor allem, was das eigentliche Kriterium eines Behandlungsabbruchs betrifft) und könnte in Richtung auf Euthanasie instrumentalisiert werden; andererseits tritt der Primat der Menschlichkeit klar hervor gegenüber einer auf Technik fixierten Apparatemedizin und den kommerziellen Interessen der Akteure. Zum Nachdenken regt der Film allemal an, auch wenn er die eigene Urteilsbildung nicht ersetzen kann! Der Film weist einige bedauerliche Längen auf; außerdem könnte auf so manche Plattheiten verzichtet werden, daher nur drei Sterne.