Ed Brubaker, einer der derzeit erfolgreichsten Marvel-Autoren (legendär sind z.B. seine Runs bei Daredevil und Captain America) kehrt zu seinen Wurzeln zurück, und schreibt eine beinharte Gangsterstory im Stil von Pulp Fiction. Als Zeichner steht ihn dabei Sean Phillips zur Seite, der zuletzt bei Sleeper und Marvel Zombies positiv auffiel.
Zur Geschichte:
Leo ist mit Verbrechen groß geworden. Schon sein Vater war ein Dieb, und starb einsam in Knast, in dem er wegen Mordes einsaß. Doch Leo hat einen siebten Sinn dafür entwickelt, wann es brenzlig wird, und macht dann, was er am besten kann: Abhauen. Dies hat ein zwar den Ruf eines Feiglings eingebracht, aber schnappen konnte man ihn nie.
Als nun ein korrupter Cop zu ihm kommt, und ihn bittet, mit ihm zusammen mehrere Millionen in Form von Blutdiamanten zu rauben, sagt ihm sein Instinkt, das das auf keinen Fall gut sein kann, und er sagt ab.
Aufgrund von Verpflichtungen muß er aber trotzdem an dem Coup teilnehmen, und es kommt, wie es kommen muß: Es läuft richtig, richtig schief... der Cop will ihn abziehen!
Brubaker hat hier eine gut durchdachte Crime Noir Story entwickelt, die von den glaubhaften Figuren lebt, die zwar immer etwas an der Grenze zum Klichee stehen, diese aber nicht überschreiten, egal, ob es der bestechliche Bulle, der schwarze Gangsterboss oder der traurige Junkie ist.
Sorgsam verschachtelt dringt der Leser immer tiefer zu der Hintergrundgeschichte vor, und kann die Motive Leos besser deuten. Das dabei mit Gewaltelementen nicht sparsam umgegangen wird, ist klar, schließlich heißt die Serie Criminal und nicht Heidi.
Fazit: Schöne harte Kost, nur die Cover der US-Hefte hätte ich gern in Großformat gesehen.