Der Zen Style M300 aus dem Hause Creative macht seinem Namen schon einmal alle Ehre: minimalistisches Design trifft klare Funktionalität, mit dem entsprechenden Farbschema auf dem Display ergibt sich hier ein wohldurchdachtes Produktdesig, das optisch wie haptisch einiges hermacht. Die Größe ist wirklich angenehm: klein und handlich, aber nicht fiepselig klein (siehe mein Kundenbild). Aber natürlich ist das reine Aussehen nicht Grundlage einer Bewertung eines MP3-Players ... denn da müssen auch die Bedienung, der Klang und vor allem die Praktikabilität im Alltag stimmen.
Zur Bedienung: die Menüstruktur ist simpel gestaltet und umgesetzt. Reine Textmenüs, gut lesbar, übersichtlich und durch über die tastenfreie Oberfläche des Displays sehr gut zu navigieren. Das gefällt. Was nicht gefällt, ist das die Lokalisierung der Menüpunkte und Überschriften offenbar ohne einen weiteren Testlauf ganz einfach in die Software reingeprügelt wurde ... so werden in der deutschen Version oft Hinweise mitten im Wort abgeschnitten und passen ganz einfach nicht auf's Display. Ich persönliche habe deswegen meinen Player auf Menüsprache Englisch belassen, es sieht einfach besser aus und es wird alles korrekt dargestellt. Da besteht dringender Update-Bedarf seitens Creative.
Was leider anfänglich etwas irritiert: mit der Taste > öffnet man Menüs und kann dann nach rechts durch diese skippen. Die gegenüberliegende Taste ist aber die Taste, die den User wieder eine Menüebene nach oben bringt, nicht aber zum vorherigen Menüpunkt. Soll heißen, dass man bei Auswahlmenüs zwangsläufig durch die gesamte Auswahl gehen muss, wenn man den mal versehentlich den gewünschten Menüpunkt übersprungen hat, da man nicht einfach mal eins zurück gehen kann (denn dann landet man im übergeordneten Menü). Das ist aber Gewöhnungssache.
Die Ver- und Entriegelungdes Players mittels eines mechanischen Schiebeschalters finde ich persönlich sehr gut. Simpel, einhändig bedienbar und und sicher. Bleibt allerdings die Frage, warum selbst im verriegelten Zustand das Display bei jeder Berührung anspringt ... denn das geht natürlich auf den Akku.
Der Klang ist, je nach Kopfhörern, der Bauart des Players entsprechend gut. Wenn man keinen mordsopulenten Hi-Endklang erwartet, sondern genau weiß, dass dieser Player ganz einfach ein kleiner Player für die Jackentasche sein soll, wird man zufrieden sein. Die EQ-Presets sind durchaus okay, ich persönlich hätte aber gern noch einen individuell regulierbaren EQ gewünscht, 5-Band hätte ja schon gereicht. Ich habe den Player mit verschiedenen Kopfhörern (offen, geschlossen, in-Ear) gestestet und konnte keine nennenswerten Mankos entdecken. Wie gesagt: besser geht immer, aber das gebotene empfand ich als solide Leistung.
Und im Alltag?
Ja, wie andere Rezis bereits bemängelt haben, gibt es leider keinen Clip, um den Player irgendwo anzuklemmen und auch keinerlei andere Vorrichtung, den Player irgendwo zu befestigen. Durchforstet man allerdings den beiliegenden Papierkram, stellt man schnell fest: dahinter steckt Kalkül. Creative möchte uns nämlich liebend gern noch das 3-1 Style Package verhökern ... da kriegt man dann ein Silikion-Skin samt Gürtelclip und Schlüsselanhängerschlaufe. Das ist ist eher unschön, zumal dieses "Zubehör" auch noch zu einem recht stolzen Preis daherkommt. An dieser Stelle denke ich, dass Creative sich und vor allem den Kunden damit keinen Gefallen getan hat.
Das Aufspielen der Daten ist sehr simpel: einfach mit dem mitgelieferten USB-Adapter (denn von einem "Kabel" kann man hier beim besten Willen nicht sprechen) an den Rechner schließen und dann die Daten per Drag'n'Drop auf den Player ziehen. Ganz wichtig: der Player interessiert sich fast nicht für Ordnerstrukturen, sondern zeigt die MP3s im Menü entweder nach Interpreten, Alben, Playlisten oder Genres geordnet an. Man sollte also auf ordnungsgemäß getaggte MP3s achten. Ich persönlich halte das für zeitgemäß, jeder der legal MP3s erwirbt oder sich seine CDs über FreeDB auslesen lässt (kostet mich genau einen einzigen Klick in Audiograbber) sollte damit auch keinerlei Probleme haben. Dennoch ist es sinnvoll, die Daten in Ordner zu untergliedern, ganz einfach um die Prozessorbelastung des Players möglichst gering zu halten.
Die Radiofunktion ist wirklich sehr praktisch, wurde von mir allerdings nur zu Testzwecken genutzt. Offenbar werden hier die Kopfhörerkabel als Antenne genutzt. Wie das nun bei BlueTooth-Kopfhörern ist, kann ich in Ermangelung dieser nicht sagen (wie eben auch zur generellen BlueTooth-Kopfhörerei ... bisher ungenutzt)
Zu guter letzt füge ich noch an, dass sich der Speicherplatz des Players über seinen Kartenslot mittels microSD erweitern lässt. Ich hatte allerdings Probleme mit meiner 8GB Karte, die ich mittels eines anderen Players bespielt hatte. Sie lies sich einfach nicht einlesen bzw. brach das Einlesen irgendwann ab. Nachdem ich sie formatiert und über den Zen selbst neu befüllt hatte, gab es keine Probleme mehr.
FAZIT: ein guter, schicker Player, leicht zu bedienen und trotz kleinerer Mankos (keine Befestigungsvorrichtung, keine freier EQ, ausbaufähige Übersetzung der Menüs) empfehlenswert.