Wer will heutzutage draußen an der frischen Luft noch die Klänge der Vögel, der bellenden Hunde oder der keifenden Mütter hören, wenn man die Möglichkeit hat, sich mit Adeles "Rolling In The Deep", Lady Gagas "Born This Way" oder Flo Ridas "Good Feeling" beschallen zu lassen? Fahrradfahren? Nur mit Mp3-Player! Zug fahren? Nur mit Mp3-Player! Ich kenne keinen aus meinem Bekanntenkreis (in meinem Alter), der seine Musiksammlung nicht digitalisiert mit sich herumträgt.
Mit dem Creative ZEN X-FI3 MP3-Player ist ein Gerät im Handel erhältlich, dass für einen relativ erschwinglichen Preis einen großen Speicherplatz bietet, acht GB um genau zu sein. Aber was kann der kleine Kasten noch?
Der erste Eindruck meines neuen MP3-Players war eher enttäuschend. Im Vergleich zu bereits auf dem Markt erhältlichen Playern fällt der Creative ZEN definitiv ab: durch die kantige Form und das einfallslose Design im Ganzen ist er weniger stilprägend. Wie sagte meine Mutti früher (und heute auch noch) so schön: "Es kommt doch aber auf die inneren Werte an".
Korrekt! Und die sind beim Creative ZEN sehr gut. Für mich ein klarer Pluspunkt sind die fehlenden (herausnehmbaren) Batterien. Der Player läuft auf Akku, der durch das Verbinden mit dem Laptop/PC wieder aufgeladen werden kann. Für Vielreisende könnte dies natürlich ein Nachteil sein, da man nicht "mal eben" die Batterien wechseln kann, um wieder Zugriff auf seine Musik zu haben. Schaut man jedoch regelmäßig auf den Energiestatus sollte dies kein allzu großes Problem sein. Im Übrigen ist der Akku bereits zu 70-80 % geladen gewesen, als er per Post bei mir ankam. Der Anschluss des Creative ZEN an meinen Laptop war eine Sache von 30-60 Sekunden. Das sehr kurze, beiliegende USB-Kabel (mit gängigem Eingang) muss einfach nur eingestöpfselt und mit dem Computer verbunden werden und schon kann der MP3-Player bespielt bzw. geladen werden.
Der erste Praxistest war positiver Natur. Vorab sollte der Equalizier ("EG") im Musikmenü verändert werden, denn das voreingestellte "Off" führt zu einem blechernen Klang, der durch die Auswahl von "Pop", "Classic", "Jazz" oder "Rock" behoben werden kann. Ebenfalls schön finde ich, dass die Albumcover in der Regel mit angezeigt werden, was bei anderen MP3-Playern normal ist, bei meinem alten jedoch nicht funktionierte.
Der "Draußen-Test" verlief ebenfalls sehr zu meiner Zufriedenheit. Eingemummelt in dicker Jacke und mit Handschuhen will man natürlich nicht jedesmal seine besagten Handschuhe ausziehen, um ein Lied überspringen zu können. Und genau dies funktioniert mit dem Creative ZEN eigentlich spielend leicht. Warum "eigentlich"? Weil der Creative ZEN keine normale Tastatur hat, sondern, wie auf dem Foto auch gut zu sehen ist, ein integriertes Touch-Pad ins Gehäuse eingebaut wurde. Dies führt stellenweise dazu, dass man stärker drücken muss, um im Menü etwas anklicken zu können oder ein Lied zu skippen. Insbesondere, wenn man während des Fahrradfahrens (zum Beispiel) ein Song überspringen möchte, und nur in die Jackentasche greift, ist dies schwierig, da man nicht weiß, wo sich die Tasten nun befinden. Dieser Umstand ist verschmerzbar, kostet dem Creative ZEN aber den fünften Stern.
Außer dem Abspielen von Musik bietet der MP3-Player die Möglichkeit, Radio zu hören, wobei die Suche nach Sendern sehr bedienerfreundlich gestaltet wurde: im Menüpunkt "Radio" einfach auf "Play" klicken und er sucht die verfügbaren Radiosender. Anschließend haben Sie lediglich die altbekannte Qual der Wahl: das doofe Gesabbel von RSH oder N-Joy, nun ist es Ihre Entscheidung. Ein Mikrophon ist ebenfalls installiert, was wohl nur für die Leute interessant sein könnte, die ihrer Umwelt mit "Memo an mich selbst" auf den Geist gehen. Die Bluetooth-Funktion ist ebenfalls eine nette Spielerei um auf leichtem Wege einzelne Dateien auszutauschen. Ebenfalls ein Pluspunkt.
Der MP3-Player schaltet sich im Übrigen nach ca. 3 Minuten automatisch ab, wenn Sie Ihren Creative ZEN auf z.B. Pause gestellt haben und ihn dann nicht mehr bedient haben.
Die beliegenden Kopfhörer sind jedoch nicht wirklich der Knaller. Der Klang ist zwar in Ordnung, haut langjährige MP3-Player-Fans/-Nutzer jedoch nicht vom Hocker. Durch die integrierte X-FI-Technologie kann am Sound dennoch noch einiges gedreht werden. Außerdem lagen dem Paket noch zwei Gutscheine bei: einen für Audible und für emusic. Die Bedienungsanleitung ist nett, aber irgendwie nutzlos. Wirkliche Tipps zum Umgang mit dem Creative ZEN werden nicht gegeben. Die acht Gigabyte entpuppten sich laut meinem Laptop übrigens als 7,45 GB Speicherplatz.
Der vorliegende MP3-Player ist zwar nicht sonderlich stylisch, aber die acht, äh, 7,45 GB bieten massig Platz für die eigenen Musikdateien, das Bedienen ist manchmal zwar schwerfällig, aber nach einer kurzen Gewöhnungsphase plausibel und gut. Das Preis-Leistungsverhältnis passt hier allemal. Es muss nicht immer ein überteuertes Gerät sein, bei dem man wegen des Firmennamen mehr als das Doppelte zahlen muss - das beweist der Creative ZEN X-FI3 gekonnt.