Hallo,
Einleitung:
mit dem 'aber' möchte ich nun nicht direkt beginnen und das 'aber' wird sich in mehrere Teile verstreuen. Ich habe zuvor die Creative X-Fi XTreme Gamer als PCI Version besessen. Da meine neue Grafikkarte (NVidia GTX Serie) nun aber den Lüfter genau so sitzen hat, dass die Karte ihn förmlich keinen Platz für Luft lässt, wurde es Zeit für eine PCI-E Karte die ich anders positionieren kann. Viele schwören auf die nun etwas in die Jahre gekommenen Asus Xonar Karten. Da Asus keinen Fokus auf dieses Geschäft legt und selbst auch kein Spezialist ist - Die Chips wie der AV200 sind z.B. bei C-Media eingekauft worden - fühle ich mich nicht wohl dabei mir eine solche Karte zu kaufen. Mir ist CMedia von den Onboard Chips bekannt und diese glänzen wie die Realtek Chips nicht gerade. Klar auf dem Mainboard mag das noch etwas anderes sein. Generell ist mir aber nicht bekannt, dass CMedia sich mit ihren Chips von anderen absetzen kann. Während Creative auf größtenteils Eigenentwicklungen zur Soundaufbereitung setzt, findet man bei anderen hauptsächlich DTS oder Dolby Programme zur Aufbesserung. Ein Lizenznehmer von Creative Chips ist der Hersteller Auzentech, der die Chips mit hochwertigen Komponenten verknüpft. Auch die Treiber sind dort die gleichen.
Hardware und Funktionsumfang:
Die Karte bietet natürlich die üblichen Aufbereitungsprogramme. Teilweise haben sie einen anderen Namen bekommen. Verbesserungen konnte ich bei den mir bereits bekannten nicht feststellen. Die Aufspürfunktion für Spiele habe ich mit BF3 getestet und dann wieder abgeschaltet. Geworben wird hier mit satter Leistung und den üblichen Features wie EAX5, dass zum Beispiel bei der Asus Xonar nur bis zur Version 2.0 unterstützt wird. Mit der Anwendung ALchemy kann man den Spielen EAX beibringen. Dies ist nötig seit Windows Vista und ist auch bei Windows 7 noch nötig. Ich denke aber EAX wird in Zukunft, wie auch jetzt schon, keine Rolle mehr spielen. Kaum ein Spiel unterstützt es noch. Das liegt nicht nur daran, dass Windows die Hardwarebeschleunigung für Soundchips nicht mehr unterstützt, sondern auch daran das viele PC Spiele auf der Konsole entwickelt und optimiert werden und für den PC portiert werden. Mit Windows 8 wird die Hardwarebeschleunigung wieder zurück kommen. Möglicherweise kann man dann hier wieder Vorteile schöpfen und mit dem schnellen Soundprozessor die CPU entlasten. Ich bezweifel aber das dies heute noch etwas ausmacht. Stockender Sound ist ein Problem vergangener Tage.
Sound:
Hier gibt es allerhöchstens marginale Veränderungen. Wie bei meiner X-Fi XTreme Gamer höre und erhalte ich einen sehr guten Sound, der meinen Vorstellungen eines guten Klangbilds entspricht. Die Höhen sind glas klar, die Tiefen sauber und kräftig. Höhen werden nicht verschluckt, wenn mal viele oder starke Tiefen zu hören sind. Wer also zwischendurch Musik hört wird gut und solide bedient. Die Karte ist ja hauptsächlich fürs Zocken da und dann Stecke ich mein Roccat Kave an. BF3 macht mit dem Headset und der Soundkarte wie auch schon zuvor sehr viel Spaß und bietet eine geniale Atmosphäre. Mit Kopfhörern lässt sich Surround Sound kaum oder gar nicht darstellen. Im Falle des Roccat Kave mit 6 echten Treibern mit spezieller Winkelausrichtung kommt ein Surroundgefühl auf, aber Stereokopfhörer mit Surroundsimulation können ein besseres Ergebnis im Bereich des Machbaren bringen.
Wer allerdings eher der Musikliebhaber ist sollte meiner Meinung nach zur Creative X-Fi Titanium oder Auzentech Forte 7.1 greifen (Womöglich ist hier auch eine Asus Xonar sehr gut, was man so liest). Einige schwören ja auch auf den EMI Schild um Störungen zu vermeiden (z.B. angeschlossene USB Maus die bei Bewegung einen Ton bei den Boxen/Headset verursacht). Ich leide zum Glück nicht unter derartigen Problemen. Hier spielen sicherlich auch die verbauten Komponenten auf dem Mainboard eine große Rolle und eventuell das Boarddesign.
Software/Treiber:
Wie seit etlichen Jahren ist das Runterladen von Treibern auf Creative Servern eine Katastrophe. Mit 20kbps muss man einen 135MB Treiber herunterladen. Natürlich liegt eine CD bei, aber es gibt bereits einen aktualisierten Treiber dafür. Bei mir funktioniert er reibungslos und mir gefällt die Oberfläche sehr gut. Sie ist aufgeräumt und überfordert niemanden. Die gesonderten Funktionen zum aktivieren und deaktivieren haben einfache, selbsterklärende Namen, sodass man weiß was es sein könnte und was es tut. Mit begriffen wie CMSS3D (nun Surround), etc. kann ein Laie ja sonst kaum etwas anfangen.
Fazit:
Man erhält solide Creative Technik (Ich sehe es eher als X-Fi Refresh und damit meine ich auf den Stand der Technik bringen). Ist man im Besitz einer X-Fi lohnt der Austausch nicht. Bei mir ist er nur wegen der Umstellung von PCI zu PCI-E erfolgt. Die Treiber funktionieren bei Windows 7 64 Bit tadellos und sind somit vollkommen in Ordnung. Alternativ gibt es den PAX Treiber für Creative und Auzentech Karten auf den einige zurückgreifen. Wer eine Creative X-Fi Titanium besitzt sollte - meiner Meinung nach - auf gar keinen Fall umsteigen. Diese Karte ist nur was für Neukunden (vorher anderer Hersteller oder onboard Lösung oder Besitzer einer PCI-Karte bzw. z.B. einer Creative X-Fi Xtreme Audio oder älter. Bei der Karte handelt es sich nämlich noch nicht um einen X-Fi Chip, sondern um den älteren Audigy. Der Vierkernprozessor sollte hier genauso wenig ein Kaufargument darstellen, wie auch das EAX5. Ob es mit Windows 8 dann eine Steigerung geben wird steht in den Sternen. Ich vermute nicht, dass man Vorteile erhalten wird. CPU's sind heute sehr Leistungsfähig und ruckelnder Sound ist heutzutage Geschichte und EAX hat meiner Meinung nach genauso wenig noch eine Zukunft. Ein weiteres Thema sind die speziellen Features zur Aufbereitung oder speziellen Ausgabe und Verarbeitung des Sounds. Wer hier gewisse Ansprüche stellt, sollte sich dazu eine passende Karte kaufen und nicht blind irgendetwas ergattern und meinen, dass das vorhanden sein muss.