....meint man die Band zu hören und sehen, wenn man die Blu-ray auf einem großen Flatscreen abspielt (beide Sony-TV und Blu-ray-player). Die Qualität lässt technisch m.E. keine Wünsche offen und ich habe die Blu-ray nur in Stereo gesehen. Auf einer Heimkinoanlage in DTS dürfte die Qualität klangmäßig kaum zu toppen sein (ich habe allerdings die DVD-Version zum Vergleich nicht gesehen).
Und auch von ihrer Bühnenpräsenz her spielt "Cream" hier in einer ganz hohen Liga. Da stimmt eigentlich alles, vom perfekten und virtuosen Zusammenspiel des Trios, bis zu den einzelnen Soli von Eric Clapton, Ginger Baker und Jack Bruce, die darüber hinaus mit einer Spiellaune auf der Bühne der ehrwürdigen "Royal Albert Hall" stehen, die seinesgleichen sucht.
Nach der 37-jährigen Pause der Band (vom Kurzset bei der Aufnahme in die "Rock'n Roll Hall Of Fame" einmal abgesehen) hätten wohl viele Kritiker und Fans Zweifel gehabt, ob so eine Reunion überhaupt Sinn macht. Im Falle von "Cream" macht es das aber fraglos.
Wie die wohl meisten Kenner der Band, habe ich alle ihre offiziellen Alben, einschließlich der sehr guten Box "Those Were The Days"
Those Were the Days seit den 60er Jahren, die allesamt zwischenzeitlich Klassikerstatus besitzen. Und natürlich kenne ich auch die DVD vom "Farewell Concert"
Cream - Farewell Concert von Ende 1968, das ja auch in der "Royal Albert Hall" stattfand. Von daher sind einem natürlich alle Titel sehr gut bekannt, sodass ein Vergleich nicht schwer ist.
Die Band spielt hier einfach ihre Songs mit einer Frische und Hingabe, dass ich mich beim Zusehen- und Hören manchmal selbst frage, welche Version des einen oder anderen Titels denn nun eigentlich besser war bzw. ist (obwohl ich bis zu dieser Blu-Ray eigentlich der Meinung war, besser als die alten Alben geht einfach nicht). Ist aber so, die Interpretation der Songs lässt bei mir diese Frage aufkommen.
Eric Clapton ist im Spiel sehr sehr gut und auch sein Gesang kommt gut rüber. Allerdings finde ich die Titel, bei denen Jack Bruce singt, eine besondere Erwähnung wert. Ganz große Gesangsleistung, der Mann hat auch heute noch eine Stimme, die Gänsehaut erzeugt (z.B. "Sleepy Time Time", "We're Going Wrong", Sitting On Top Of The World"). Und über sein Bassspiel, das auch hier exzellent ist, gibt es nichts zu zweifeln.
Ginger Baker trommelt für mich hier genau so perfekt vom Timing wie Feeling, wie früher auch. Besonders sein Spiel auf den kleinen und großen Tom Toms ist nach wie vor klasse...bitte einmal "Toad" ansehen.
So machen Konzert-Blu-ray's Spaß, die Film-Crew kannte den Set und die Titel wohl sehr gut, wenn man die Schnitte zu den einzelnen drei Musikern sieht; keiner kommt in der Präsenz des Films zu kurz oder taucht zu lang auf. Auch das vom Alter gemischte und begeisterte Publikum und die schöne "Royal Albert Hall" bekommt man ab und an zu sehen, was für mich bei einer Live-Blu-ray auch dazu gehört.
Dass man nicht ein gesamtes Konzert der vier Tage für die Veröffentlichung ausgewählt hat, sondern die Takes von den verschiedenen Gigs im Mai 2005 stammen, finde ich persönlich nicht schlimm und ist Freiheit der Künstler damit umzugehen, wie sie es selbst für richtig halten. Die Mehrzahl der 19 Titel kommen ohnehin aus dem letzten Konzert vom 6. Mai 2005, was vermuten lässt, dass es sich um eine der besten Performances handelt.
Alternative Takes von "Sleepy Time Time", "We're Going Wrong" und "Sunshine Of Your Love" runden die Blu-ray ab, ebenso wie Interviews mit den drei Musikerlegenden. Das Booklet ist lediglich Beiwerk mit wenig Informationen oder Hintergründe zu den Konzerten. Aber man kann nachlesen, aus welchen Konzerten die Titel stammen, was aber auch am Anfang jeweils eingeblendet wird.
Macht aber in diesem Fall nichts, das ist wegen der ansonsten excellenten Blu-ray nebensächlich.
Hier kann ich als alter Anhänger der Band nur sagen, perfekt und nichts "Aufgewärmtes" oder "Geldschneiderei". Echte Leistung und eine Top-Performance dieser legendären Band aus der Psychedelic-Zeit der späten 60er Jahre. Unbedingt *****!