"Anstatt zu schlafen, eine Feuerleiter hinaufzuklettern, zu saufen, was das Zeug hält, mal eben ein bißchen zu vögeln und nebenbei erwachsen zu werden. Das reicht für eine Nacht. Da würde jeder kotzen, glaube ich." So steht es auf dem Einband des Buches "Crazy". Da würde jeder kotzen. Na gut. Aber Kotzen ist crazy, oder? Das ist das Lieblingswort der Clique, bestehend aus Außenseitern eines Internates. Eine interessante Liste darüber, was alles crazy ist: - zu einer Sexualtherapeutin zu gehen, um sich daran aufzugeilen, was diese zu imaginären Sex- problemen zu sagen hat, das ganze verbunden mit einer Wette um einen Krug Bier - Benjamin Lebert selbst (lest es nach, kein Witz! Ein crazy Früchtchen, S.43) - bei einer illegalen Tat nicht erwischt zu werden (damit kann man gerade noch einverstanden sein) - sowieso die ganze Clique - Sex auf einem Mädchenklo - aus dem Internat abzuhauen und planlos durch München laufen und so weiter. Was meiner Meinung nach crazy ist: Daß dieses Buch überhaupt veröffentlicht wurde. In einer Rezension von Elke Heidenreich über dieses Buch habe ich gelesen, daß diese sehr fasziniert davon sei, wie philosophisch die Jugend heutzutage ist. Als Beispiel dafür gab sie das Zitat "Gott gibt jedem ein Autogramm." an. Liebe Frau Heidenreich, eventuell sollten sie lernen, zwischen dämlichem Dahergerede und Nachdenklichkeit von Jugendlichen zu unterscheiden.Ich verbringe jeden Tag 7 Stunden in der Schule und obwohl ich dauernd solche Sätze höre, habe ich nicht das Gefühl, im Philosophieunterricht zu sitzen. Nun ja. Dieses Buch soll angeblich eine perfekte Charakterisierung der Jugend heutzutage sein. Wenn dem so ist, dann möchte ich ab diesem Moment nie mehr als Jugendliche bezeichnet werden. Ein nettes Zitat zum Abschluß: "Die Jugend ist scheiße.Man hat viel zu wenig Zeit.Immer muß man etwas machen." Dieses Problem hätte Benjamin Lebert leicht umgehen können, nämlich indem er das Buch nie geschrieben hätte.