Als Kind der 60er bin ich NATÜRLICH in meiner Jugend mit dem Sound von Donna Summer groß geworden. Was sich damals schon als Prädikat gezeigt hat, hat sie sich auch in ihren schlechten Zeiten immer bewahrt: Sie ist anders. Während ich ihre Musik bis 1983 grandios fand (Das Once Upon A Time Album ist ein Klassiker der Popmusik!), sank für mich ihr Stern danach, wo sie sich immer wieder auf zweifelhafte Mainstream-Produzenten eingelassen hat. Dann die Pause (zumindest in Deutschland als solche wahrgenommen) und nun ein Comeback. Natürlich war ich gespannt, was diese Grand Dame denn nach so langer Zeit noch an Musik hervorbringen konnte. Ich muss gestehen, dass ich das Album beim ersten Hören gar nicht mochte und dachte, "Neeeeeeeeeeee, wie platt und unentspannt!", aber nach mehrfachem Hören wurde mir dann klar, dass sie dann doch eine ganze Menge an MUSIK in die Platte gesteckt hatte. Allein das ist schon bemerkenswert und begrüßenswert, denn Stimme (und darin ist sie unschlagbar!) und Musik findet man in 90% der heutigen Produktionen nicht mehr. Ich hätte mir nur gewünscht, dass sie an manchen Stellen ein wenig "weniger" an Sound aufgetragen hätte und mehr durch ihre Stimme den Songs Brillanz gegeben hätte, aber das Album ist erfrischend "Donna-anders". Ich mag besonders die Songs Fame, Slide over backwards, Be myself again und Bring down the Reign. Diese Songs könnte ich mir als Richtung für Donna wünschen, wenn sie Ende Dezember die 7. Dekade ihres Lebens betritt. Einzig einen Song mag ich gar nicht: Sand on my feet. Diese Sülze hätte sie uns nicht antun müssen.
Alles in Allem, Crayons ist ein tolles Comeback für eine Ausnahmekünstlerin, die es nie leicht hatte, die nie so ganz ernst genommen wurde und die leider immer wieder unterschätzt wurde. Ich wünsche ihr von Herzen, dass dieses Album ein Riesenerfolg wird und dass sie damit allen unbedeutsamen Sternchen und Eintagsfliegen zeigen kann, dass es auch heute noch möglich ist, mit Talent und Freundlichkeit einen Erfolg zu haben!
Bravo, Donna!