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Craven gewann seinen langjährigen Cutter Patrick Lussier als Regisseur für Wes Craven präsentiert Dracula und der fertige Film vereint sowohl die guten als auch die schlechten Seiten einer typischen Wes-Craven-Produktion. Das Drehbuch dieser modernen Dracula-Variante verfolgt einige wirklich neue Ansätze. Cristopher Plummer (The Insider) gibt eine recht spannende Interpretation des Van Helsing, der hier als Eigentümer eines, auf alte Waffen spezialisierten Antiquitätenladens auftritt. Er ist mehr als glücklich, sich gegenüber seinem Assistenten (Johnny Lee Miller, der "kranke Junge" aus Trainspotting) über die Darstellung seines Namensvetters in Bram Stokers klassischem Roman zu beschweren, ohne ihm jedoch die volle Wahrheit anzuvertrauen.
Der Gangster Omar Epps bricht mit seiner High-Tech-Bande in Van Helsings Keller ein, der wie ein Hochsicherheitstrakt gesichert ist. Man wittert besonders wertvolle Beute und klaut schließlich Draculas Körper, der, wie sollte es auch anders sein, aus seinem Schlummer erwacht. Der Schauplatz der Geschichte verlagert sich zu Van Helsings abtrünniger Tochter nach New Orleans, die in einem Virgin Megastore arbeitet (gelungenes Doppel aus Metapher und Product Placement). Natürlich fühlt sich Dracula geradezu magnetisch von ihr angezogen. Die Untoten beginnen sich zu vermehren und die Vampirjagd ist eröffnet. Eine weitere hervorragende Idee behandelt Draculas biblische Vergangenheit, und erklärt durch Rückblenden seine Aversion gegen Silber und Kreuze.
Aber es gibt auch eine Kehrseite der Medaille. Unter Lussiers unzureichender Regie ist der Film niemals beängstigend. Im Gegenteil: Man ertappt sich dabei, Mitleid mit den Schauspielern zu haben. Alles in allem ist Wes Craven präsentiert Dracula ein Film für den Kopf und nicht für den Bauch. --Andy Spletzer
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Abgesehen vom einwandfreien Soundtrack (und Dracula wäre vermutlich äußerst begeistert, wenn das erste, was er im Fernsehen je sieht, Monster Magnets "Heads explode" wäre) und den guten Spezialeffekten, ist es als Erstlingswerk eines jungen, ehemaligen Cutters von Wes Craven eine durchaus beachtliche Leistung. Dass die Idee zu Draculas Ursprung wie in diesem Film noch niemandem zuvor gekommen ist, wirkt beinahe absurd, denn in dieser Hinsicht ist "Dracula 2000" tatsächlich ein Vorreiter.
Die Besetzung hätte besser nicht gewählt werden können - Christopher Plummer als alter Van Helsing, der sich in der OV mit starkem Akzent in einer Konfrontationsszene mit Dracula beinahe von dessen Darsteller Gerard Butler an die Wand spielen lassen muß (im wahrsten Sinn des Wortes), Johnny Lee Miller als Simon, der in der Rolle deutlich Spaß hat, Amerikaner zu verarschen, eine völlig neue Mary (Justine Waddell), die zugleich naiv und selbstbewusst wirkt, eine durch und durch amüsante "Vitamin C"-Sängerin Colleen Anne Fitzpatrick, die beweist, dass sie nicht bloß eine gute Musikerin ist, und einer Grußße junger Schauspieler, die offensichtlich genauso ihren Spaß an der Sache hatten.
Bleibt nur noch oben bereits erwähnter Gerard Butler, der (spätestens seit "Das Phantom der Oper" vom letzten Winter als Phantom bekannt) alles ist, was Dracula sein sollte, ohne absolut klischeehaft dargestellt zu werden. Das Durchhalten des amerikanischen Akzents fällt Butler zwischendurch zwar ein wenig schwer, aber wer sagt denn, dass Dracula kein Schottisch sprechen darf? Die deutschen Synchronstimmen sind allerdings keineswegs empfehlenswert - unbedingt in OV ansehen (vor allem aufgrund der diversen Akzente)!! Wieso Butler allerdings nicht im Casting-Look von Attila seinen Dracula geben durfte, fragt sich nicht nur er selbst, denn die Castingausschnitte beweisen, dass so ein Dracula vermutlich wahrscheinlicher gewesen wäre. Und Butler spielt in diesem Casting so überzeugend, dass man sofort vergisst, dass er von keinem Friedhof und keinen anderen Darstellern umgeben ist.
Womit noch die Specials zu erwähnen sind... die making-ofs zeigen einen interessanten Einblick hinter die Dreharbeiten, lassen erahnen, wieviel Spaß die Crew beim Film hatte, und sind für den DVD-Preis eigentlich mehr als zufriedenstellend.
Alles in allem durchaus kein so trashiger Film - man darf nur nicht mit der Erwartung hineingehen, mit Bildung wieder zu gehen (in welchem Horrorfilm funktioniert das schon??) und darf sich auf keine allzu spannenden Szenen gefasst machen. Alleine die Dracula-Background-Geschichte ist den Film auf jeden Fall wert... allerdings Hände weg von Teil II, der eigentlich verboten gehört!!
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