Mit Crash Love bringen AFI ihr 8. Studioalbum heraus. Von den einstigen Hardcore- und Punk-Einflüssen ist wahrlich nicht viel geblieben. Stattdessen entwickeln die vier Kalifornier ihren Stil konsequent weiter in eine Richtung, die sich schon mit Decemberunderground abzeichnete. Wer also Songs wie "Miss Murder" mochte, wird mit Crash Love sicherlich glücklich werden. Die Platte ist voller schöner Melodien, das Songwriting ist abwechslungsreich und sehr gelungen. Der Sound orientiert sich wie gesagt am Vorgänger, dicht und atmosphärisch, die Gitarren meist akzentuiert und oft durch Synthie-Klänge und elektronische Effekte ergänzt. Der Gesang von Davey Havok ist wie immer eingängig, jedoch meist klar und nur mit sehr wenigen Shouts.
Die CD lässt sich wunderbar durch hören, alle Stücke haben ihren eigenen Charme, "Füllwerk" ist eher nicht zu finden. Für meinen Geschmack sind sie aber leider größtenteils zu poppig geraten. Einen richtig aggressiven Kracher, der an die guten alten Zeiten der Band anknüpft wie z.B Kill Caustic auf dem Vorgängeralbum, sucht man vergebens. Wirklich harte Töne werden sehr selten angeschlagen, konsequent eigentlich nur im Bonus-Track "Fainting Spells", der allerdings aus den Tagen von Decemberunderground stammt.
Die anderen Stücke sind teils zwar auch rockig, aber mehr auf melodische und "verträumte" Art, wie man es z.B. von "The Killing Lights" oder "Love Like Winter" auf dem Vorgänger gewohnt ist.
Zu den wirklich guten Stücken gehören u.a Medicate, Sacrilege, End Transmission und Cold Hands, wobei letzteres nach einem richtig treibenden Strophenteil leider sehr nachlässt im Refrain.
Ein kleiner Wermutstropfen ist der Song "Veronica Sawyer Smokes". Dieser erinnert vom ersten Moment an Poprock-Stücke wie von Wir Sind Helden, sowohl was Gesang als auch was die Instrumentierung betrifft. Das hätte wirklich nicht sein müssen.
Insgesamt gebe ich 4 Sterne, da die Platte viel Abwechslung bietet und nicht so schnell langweilig werden dürfte.
Musikalisch und von der Produktion ist Crash Love richtig gelungen. Leider entfernen sich AFI immer weiter von ihren Hardcore-Wurzeln. Sie werden zwar sehr melodisch, was gut ist, aber gleichzeitig verlieren sie offensichtlich auch an Härte und konzentrieren sich nun eher auf poppige Songs wie "Miss Murder" als auf den treibenden Gitarrensound der älteren Scheiben.
Wer Decemberunderground mochte, wird auch mit Crash Love zufrieden sein, abgesehen von den fehlenden härteren Stücken dürfte sie sogar ein Stück besser sein als ihr Vorgänger.
Wer sich erhofft hat, dass AFI zu ihrem alten Stil zurückkehren, der sollte lieber die Finger von diesem Album lassen, es ist eindeutig eher poppiger geworden als rockiger. Das ist nicht zwangsweise schlecht, aber ich hätte mir dann doch den ein oder anderen kompromisslosen Rocksong gewünscht. Trotzdem gute Platte!