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Wie geht man an einen Film wie "Crank" heran? Natürlich könnte man ihn zerlegen, da er ein oberflächlicher, auf visuelle Mäzchen bedachtes Nichts an Geschichte ist, aber das würde an der Essenz vorbeigehen, denn dieser Film will nichts anderes als genau das sein. Die beiden Regisseure haben viele visuelle Gags - der beste kommt gar in den letzten Sekunden des Films -, wobei sie sich nicht für eine filigran gearbeitete, von differenzierten Charakteren getragene Story interessieren. "Crank" ist Action pur ohne Sinn und Verstand, aber in dieser Kategorie mehr als überzeugend. Die Figuren sind Schablonen, einige Szenen nah am Klischee, aber die frische unverkrampfte Inszenierung rettet das alles - und wann hat man schon mal gesehen, wie ein an Gift Sterbender, der unbedingt einen Adrenalinkick braucht, seine Freundin mitten in Chinatown davon überzeugen will, vor allen Leuten mitten auf der Straße Sex zu haben? "Crank" ist ein Film für Adrenalinjunkies, ein Actiontrip der beinahe unglaublichen Art, der selbst solche Filme wie "Transporter" alt aussehen lässt.
Moviemans Kommentar zur DVD: Bild und Ton sind eine Wucht und machen die Scheibe vor allem für Actionfans und Besitzer einer guten Hardware sehr interessant. Bei den Extras und dem Menüaufbau ist noch Nachsitzen erforderlich.
Bild: Das Bild sieht echt knackig aus. Rauschen ist nur selten vorhanden und wird auch als Stilmittel gepflegt, da die Regisseure ohnehin viel mit der Form spielen und so auch Berge an Filtern eingesetzt haben, um ihrer Geschichte auch visuell den letzten Kick zu geben. Selbst in Himmeln ist kein Rauschen erkennbar, was auf eine hervorragnede Vorlage schliessen läßt (23.57). Die Farben sind außerordentlich kraftvoll und ausdrucksstark, wobei die Palette sehr weitreichend ist und die Grenzen des heute Möglichen weit nach oben treibt. Die Schärfe ist glasklar und sorgt für echte Tiefenwirkung. Bei Nahaufnahmen wird das Letztmögliche aus der Vorlage herausgekitzelt. Die Kompression ist größtenteils gut, nur gelegentlich fallen Blöcke auf (01:09:59). Der Kontrastumfang läßt sich jedoch gelegentlich in dunklen Szenen dazu hinreissen, Details zu verschlucken.
Ton: Beim Ton machen beide DTS-Spuren keine Gefangenen. Der kräftige Bass geht vor allem bei den Herzschlägen einen enormen Druck, der bei unvorsichtiger Lautstärke durchaus zum Tode desSubwoofers führen kann. Permanent ist man von einem dicht gewobenen Klangteppich umgeben, der mit den schnellen Kameradrehungen mitläuft und den Zuschauer schwindlich spielt. Etwa bei der Autofahrt durch die Shoppingmeile bekommt einen guten Eindruck von einer sehr guten Staffelung eines Raumes in die Titefe und Breite. Die Stimmen sind stets kräftig und üppig voluminiert und folgen ebenfalls auf Schritt und Tritt den Dartstellern.
Extras: Der Menüaufbau dauert zu lang. Mit einem aktuellen Player bleibt der Bildschirm bis zu 30 Sekunden lang schwarz und signalisiert keinerlei Aktivität. Das provoziert weitere Tastendrückerein und Abstürze der Software. Wählt man die Bookmarks an, kommt der bei Universum Film HD-DVDs mittlerweile übliche Fehlerbildschirm. Die Möglichkeit, onlinefeatures herunterzuladen ist nett, aber nicht jeder gönnt dem Player einen LAN-Zugang. Ein paar Extras mehr auf der Disc selbst wären sicher netter. --movieman.de
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Über "Crank" braucht man eigentlich nicht so viele Worte zu verlieren.
Man nehme das bereits zweimal erfolgreich ("D.O.A.") verfilmte Prinzip des Mannes, der vergiftet wurde und nur noch wenig Zeit zu leben hat, um seinen Mörder zu finden, verknappe die Zeit, löse sich von der Whodunit-Version und gebe den Mörder sofort bekannt und mache daraus einen Hochgeschwindigkeits-Actioner ohne jeden Anspruch auf Realismus.
Wer wäre für so einen Job besser geeignet als Jason Statham, der inzwischen wohl als einziger Anspruch auf den Titel "Erbe der 80er-Action-Heroes" hat, weil er Haudrauf-Thematiken mit einem Maximum an ironischer Ausdruckfähigkeit und gekonntem Understatement verbindet und darüber hinaus noch sympathisch (bei Frauen mitunter vielleicht sogar: erotisch) rüberkommt.
Vergiftet mit einem asiatischen Chemiecocktail kann sich Statham hier nur am Leben erhalten, wenn er seinen Körper ständig in Bewegung hält und Adrenalinersätze hinzuführt, was die Suche nach den Killern beständig ergänzt, weil sich die verschiedensten Drogen, Wut und sexuelle Erregung als Streckungsmittel verwenden lassen.
Das führt zu einigen kuriosen Taten und Reaktionen, etwa spontanem Lebensrettungs-Sex mitten in Chinatown auf offener Straße vor Hunderten von Touristen.
Die Big-Budget-Regiedebutanten Neveldine und Taylor wissen ganz genau, wie sie ihre Minimalstory am besten in Szene setzen müssen, um den höchstmöglichen Effekt zu erzielen.
Dazu zählt vor allem: scheiß auf die Logik (Statham könnte zwischendurch jederzeit einfach so ausgeknipst werden). Und Tempo, nichts als Tempo.
Der ganze Film ist nicht mehr und nicht weniger als ein Hochgeschwindigkeits-Amoklauf, entweder auf der Suche nach den Verantwortlichen oder nach Ephinedrin, das dem Protagonisten die dringend benötigten Aufschübe verschafft.
Also saugt er sich reihenweise Nasenspray rein, schluckt Koks, säuft bis zum Erbrechen Energydrinks und wirft alles ein, was irgendwie geht, was ihn selbst natürlich auf einen Trip nach dem anderen schickt.
Das alles ist aber nur Grundlage für reichlich komische Szenen, wenn er etwa im Adrenalinrausch auf einem Polizeimotorrad freihändiges Fahren (im Stehen) probiert, obwohl er nicht mehr trägt als ein OP-Hemd.
Selbst das relativ naive Blondchen, dargestellt von Amy Smart, erhöht den Nervfaktor keinesfalls, denn das Skript geht relativ flott damit um, alle Schwierigkeiten nicht zur dramatischen Bremse werden zu lassen. Gewürzt mit Sprüchen und makabrem Humor (den El Kaida-Joke mit dem Taxifahrer darf in einem US-Film auch wirklich nur ein Engländer machen) und nicht gerade wenig Blut, werden die Actionfreunde einen Heidenspaß haben.
Auf ein Standardpublikum negativ auswirken könnte sich die hektische Kamera- und Schnittarbeit, denn wo "Snatch" (eindeutig das "role model" für die Inszenierung) die Kamera kreisen ließ, wirkt "Crank" wie Extasy-Angriff auf den Sehnerv, es dreht sich und wirbelt, springt vor und zurück, erbricht Splitscreens und blendet an den irrwitzigsten Momenten Schrifzüge ein.
Damit kann das adrenalingesteuerte Geschehen auch stylistisch inszeniert werden, sorgt aber dafür, dass das aufgeputschte Publikum am Ende fast genauso totmüde ist wie der Protagonist selbst.
Konsequent bis zuletzt wird das Konzept durchgedroschen und wer sich auf den Trip begeben will, hat eine schön hektische Zeit vor sich. "Langsam sterben war gestern!" mahnt das Plakat. Wie wahr, Herr Willis, wie wahr.
--- Silvan Prefetzky (Moonshade)