Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Technisch sehr schön, bei den Extras etwas zu bieder.
Bild: Das Bild sieht echt knackig aus. Rauschen ist nur selten vorhanden und wird auch als Stilmittel gepflegt, da die Regisseure ohnehin viel mit der Form spielen und so auch Berge an Filtern eingesetzt haben, um ihrer Geschichte auch visuell den letzten Kick zu geben. Die Farben sind kräftig und ausdrucksstark, wobei die Palette sehr weitreichend ist. Die Schärfe ist glasklar und sorgt für echte Tiefenwirkung. Bei Nahaufnahmen (Stathams Gesicht bei 00:06:28) wird das Letztmögliche aus der Vorlage herausgekitzelt. Die Kompression ist größtenteils gut, nur gelegentlich fallen Blöcke auf (01:09:59).
Ton: Der Sound geht richtig ab, genauso wie es bei einem Film wei "Crank" sein muss. Der Film steht niemals still, Action ist immer vorhanden. Dem trägt der Soundmix Rechnung. Direktional wird viel ausgereizt. Dazu kommt ein wummernder Bass und eine tolle Umgebung, unterstützt von harter Musik mit starken Beats. Dieser Film fühlt sich wie Adrenalin an und der Sound gibt dem Recht - in beiden Tonfassungen.
Extras: Der interaktive Modus ist im Endeffekt ein glorifizierter Audiokommentar, bei dem man einige der Teilnehmer immer mal wieder per Bild-im-Bild sehen kann. Neben dem Musik-Video und dem Trailer gibt es ein paar Featurettes, aber nichts, was wirklich vom Hocker reist. Die B-Roll läuft am längsten, ist aber auch am langweilsten, was eine schlechte Combo abgibt. Die kleinen Making Ofs sind zwar nett, aber zu oberflächlich, ebenso wie die Interviews. Mit am amüsantesten sind die Auditions, wobei man hier auch Tommy Flanagan als Verona erleben kann. Der wäre in der Rolle vielleicht sogar besser gewesen. --movieman.de
OFDb.de
Man nehme das bereits zweimal erfolgreich ("D.O.A.") verfilmte Prinzip des Mannes, der vergiftet wurde und nur noch wenig Zeit zu leben hat, um seinen Mörder zu finden, verknappe die Zeit, löse sich von der Whodunit-Version und gebe den Mörder sofort bekannt und mache daraus einen Hochgeschwindigkeits-Actioner ohne jeden Anspruch auf Realismus.
Wer wäre für so einen Job besser geeignet als Jason Statham, der inzwischen wohl als einziger Anspruch auf den Titel "Erbe der 80er-Action-Heroes" hat, weil er Haudrauf-Thematiken mit einem Maximum an ironischer Ausdruckfähigkeit und gekonntem Understatement verbindet und darüber hinaus noch sympathisch (bei Frauen mitunter vielleicht sogar: erotisch) rüberkommt.
Vergiftet mit einem asiatischen Chemiecocktail kann sich Statham hier nur am Leben erhalten, wenn er seinen Körper ständig in Bewegung hält und Adrenalinersätze hinzuführt, was die Suche nach den Killern beständig ergänzt, weil sich die verschiedensten Drogen, Wut und sexuelle Erregung als Streckungsmittel verwenden lassen.
Das führt zu einigen kuriosen Taten und Reaktionen, etwa spontanem Lebensrettungs-Sex mitten in Chinatown auf offener Straße vor Hunderten von Touristen.
Die Big-Budget-Regiedebutanten Neveldine und Taylor wissen ganz genau, wie sie ihre Minimalstory am besten in Szene setzen müssen, um den höchstmöglichen Effekt zu erzielen.
Dazu zählt vor allem: scheiß auf die Logik (Statham könnte zwischendurch jederzeit einfach so ausgeknipst werden). Und Tempo, nichts als Tempo.
Der ganze Film ist nicht mehr und nicht weniger als ein Hochgeschwindigkeits-Amoklauf, entweder auf der Suche nach den Verantwortlichen oder nach Ephinedrin, das dem Protagonisten die dringend benötigten Aufschübe verschafft.
Also saugt er sich reihenweise Nasenspray rein, schluckt Koks, säuft bis zum Erbrechen Energydrinks und wirft alles ein, was irgendwie geht, was ihn selbst natürlich auf einen Trip nach dem anderen schickt.
Das alles ist aber nur Grundlage für reichlich komische Szenen, wenn er etwa im Adrenalinrausch auf einem Polizeimotorrad freihändiges Fahren (im Stehen) probiert, obwohl er nicht mehr trägt als ein OP-Hemd.
Selbst das relativ naive Blondchen, dargestellt von Amy Smart, erhöht den Nervfaktor keinesfalls, denn das Skript geht relativ flott damit um, alle Schwierigkeiten nicht zur dramatischen Bremse werden zu lassen. Gewürzt mit Sprüchen und makabrem Humor (den El Kaida-Joke mit dem Taxifahrer darf in einem US-Film auch wirklich nur ein Engländer machen) und nicht gerade wenig Blut, werden die Actionfreunde einen Heidenspaß haben.
Auf ein Standardpublikum negativ auswirken könnte sich die hektische Kamera- und Schnittarbeit, denn wo "Snatch" (eindeutig das "role model" für die Inszenierung) die Kamera kreisen ließ, wirkt "Crank" wie Extasy-Angriff auf den Sehnerv, es dreht sich und wirbelt, springt vor und zurück, erbricht Splitscreens und blendet an den irrwitzigsten Momenten Schrifzüge ein.
Damit kann das adrenalingesteuerte Geschehen auch stylistisch inszeniert werden, sorgt aber dafür, dass das aufgeputschte Publikum am Ende fast genauso totmüde ist wie der Protagonist selbst.
Konsequent bis zuletzt wird das Konzept durchgedroschen und wer sich auf den Trip begeben will, hat eine schön hektische Zeit vor sich. "Langsam sterben war gestern!" mahnt das Plakat. Wie wahr, Herr Willis, wie wahr.
--- Silvan Prefetzky (Moonshade)
Kurzbeschreibung
Kaum wach geworden und aufgestanden fühlt sich Chev Chelios bereits extrem unwohl, als er eine ihm bisher unbekannte DVD mit der Aufschrift Fuck you in den Player einlegt. Auf dem Bildschirm erscheint Gangster Ricky Verona, der ihm per Videobotschaft trocken erklärt und zeigt, wie er ihn im Schlaf mit einer chinesischen High Tech-Droge vergiftet hat.
Chev ist Auftragskiller und arbeitet für ein bedeutendes Syndikat an der Westküste. Sein Null-Acht-Fünfzehn-Auftrag von letzter Nacht, den er wie jeden anderen ausführen sollte, lief anders als von seinem Chef geplant: Chev verfehlte sein Ziel absichtlich, weil er seinen Job als Auftragskiller an den Nagel hängen will. Er möchte mit seiner Freundin Eve ein neues Leben anfangen. Doch seinem Arbeitgeber scheint die Idee gar nicht zu gefallen.
Als Chev endlich seinen Kumpel und Arzt Doc Miles erreicht, ahnt dieser gleich, was in den Adern des Vergifteten fließt und erklärt ihm, dass er noch höchstens eine Stunde leben und auf jeden Fall sterben wird, wenn er seinen Puls auch nur für eine Minute verlangsamt.
Mit Gift im Körper, die ebenfalls in Gefahr schwebenden Freundin im Kopf, dem heißen Wunsch nach Rache und auf der Suche nach einem Gegenmittel, schlägt sich Chev durch Los Angeles und hinterlässt dabei eine Schneise der Verwüstung. Nichts, was sich ihm in den Weg stellt, ist vor ihm sicher.
Die Zeit rennt und Chev muss buchstäblich in Bewegung bleiben, um zu überleben: Der einzige Weg, das Gift aufzuhalten, sind kontinuierliche Adrenalinschübe