War "Flop" schon brutal, unverblümt und spaßig-böse, setzt "Crack" noch eins obendrauf. Noch mehr Drogen, Gewalt und fiese Sprüche, verpackt in einer derben Sprache, bestimmen das Geschehen über die volle Distanz von 219 Seiten. Für zartbesaitete Leser eignet sich das Sequel zu "Flop" also eher weniger.
Die Leserschaft, die boshaften Spaß empfinden kann, wird dafür umso begeisterter sein. Bruen und Starr nehmen keinerlei Rücksicht auf ihre Charaktere, jeder muss leiden. Allerdings wird das Mitgefühl nur selten angeregt. Zu unsympathisch, zu selbstgefällig und zu durchgeknallt sind die Figuren von The M.A.X. über Angela bis hin zu Slide, als dass es einem wirklich leidtun würde. Und so verfolgt man schadenfroh das Geschehen bis zum schrägen Finale.
Besonders witzig sind die Anspielungen auf sich selbst, die Bruen und Starr in den Roman einfließen lassen, etwa wenn Slide in Dublin einen irischen Autor entführt, der nicht ganz zufällig ein paar Parallelen zu Ken Bruen aufweist. Zudem zitieren sich die beiden Autoren selbst aus "Flop" - spätestens jetzt wird kein Zweifel mehr daran bestehen, dass in "Crack" wirklich nichts und niemand ernst genommen wird. Jeder kriegt sein Fett weg, und das macht einfach riesigen Spaß.
Mit "Crack" gelingt Ken Bruen und Jason Starr ein würdiger Nachfolger für ihren Roman "Flop". Noch fieser, noch brutaler, noch abgedrehter präsentiert sich der Pulp-Krimi fast auf dem gleichen Niveau wie der Vorgänger, der nur in Sachen Figurenkonstellation die Nase vorn hat.