Hallo,
bin COWON Fan und schwer beeindruckt. Meine Erfahrungen mit COWON sind abgeleitet vom F2, U3, X5, M5, U5, D2+ und nun auch dem J3. Alle Player besitze ich noch bis auf den defekten U5. Zum J3:
Der Klang ...
... ist COWON-typisch und damit erstklassig. Der Klang aller COWONs ist sehr ähnlich - aber nicht gleich. Meine Klangreferenz bleibt der X5/M5, da ich den leicht spritzigeren Klang bevorzuge. Der J3 klingt etwas runder im Vergleich zum X5, kann man auch mögen. Der J3 hat insgesamt das etwas räumlichere Klangbild im Vergleich zum D2+, der mir manchmal ein wenig müde wirkt. Der D2+ kommt wiederum im Vergleich zu einem SAMSUNG YP-R0 mit großen Dynamiksprüngen besser zurecht und selbst der SAMSUNG ist wahrlich kein klanglich schlechter Player, will sagen, auch dieser spielt schon auf sehr hohem Niveau.
Nochmal, all das wird - wie immer - mit Kopfhörern ermittelt, die teilweise mehr kosten, als der J3 mit 32GB. Das muss nicht jedermanns "Ding" sein, schon klar. Sehr gute Kopfhörer sind aber die richtigen Spielpartner für diesen Flachmann hier und machen diese Nuancen erst hörbar.
Hinweis: Klangvergleich immer in Normal-Stellung aller klangbeeinflussenden Möglichkeiten.
Nun ein wichtiger Vorteil: Der Player schafft gapless Audio. Damit können (endlich) Live-Aufnahmen ohne die lästigen kurzen Pausen zwischen den Tracks wahrlich mit Genuß gehört werden. Auch das hat mit Klangqualität zu tun.
Klangverbieger gibt es immens viele (deutlich über 30 vorkonfigurierte, 4-Nutzer-Einstellungen können gespeichert werden). Wie gewohnt findet sich das erstklassige BBE+, MP-Enhancement, Mach3Bass und für mich neues wie Reverbs etc. was ich aber alles nicht brauche. Ein Equalizer ist selbstverständlich auch an Board. Die Kombination der Klang-"Instrumente" passt COWON-typisch excellent zusammen, die Klangverbieger spielen eher zusammen denn gegeneinander. Kurz: wer sie braucht und hier nicht fündig wird - sorry, dem ist nicht mehr zu helfen :-)
Die Videos ...
... kommen sehr gut rüber, sind aber nicht erstklassig. Das Display ist zwar erste Sahne was schon beim Einschalten bzw. den normalen Menüoberflächen auffällt. Kaum Schwächen, wenn man z.B. seitlich draufkuckt, excellenter Schwarzwert (das ist schwarz) sehr kontrastreich, alles beste Vorraussetzungen für eine gute Bildwiedergabe. Videos kommen in der "scharfen" Einstellung extrem scharf(-kantig) aber nun wird der hohe Kontrast zum Nachteil. Die Farben wirken fast allesamt übersättigt, was zwar bei Comics ganz chic ist, aber bei Live-Aufnahmen eher schon störend wirkt, zumindest empfinde ich es so. Die sog. "weiche" Einstellung ist für mich die angenehmere Wahl, nur wird das Bild nun wieder zu hell und gleichzeitig geht der Schwarzwert in die Knie, will sagen, es wird wieder leicht grau. Positiv: alles ruckfrei, auch von der externen Karte (weitere Details im Update unten).
Vergleich zum D2+: Der D2+ hat eher eine kalte Farbabstimmung, der J3 wirkt dagegen bunt-warm. Der J3 ist lange nicht so empfindlich wie der D2+, was die eigentlichen Video-Parameter angeht. Der D2+ akzeptiert nur Videos in passender Größe und wehe, man liegt mit anderen Parameter (z.B. Delays, B-Frames etc.) "daneben" - dann mag er halt nicht. Der J3 ist hier deutlich toleranter.
Die Bedienung ...
... ist für mich das größte Highlight. Wow - ein Touchscreen mit einer "Trefferquote" von gefühlt deutlich über 95%; das ist so, als wenn man glaubt, man selbst hat den Fehler gemacht und nicht das Display. Insgesamt ausgezeichnet.
Wer vom D2+ kommt, dem sei gesagt, dass nun mit einem Touch wieder das Stammverzeichnis erreicht werden kann, man muss also nicht jede einzelne Ebene zurück. Zwischen dem D2+ und dem J3 liegen schlicht Welten in der Bedienung. Die Menüs sind COWON-typisch gestaltet. Will man Parameter zur Laufzeit der Musik ändern, das geht. Allerdings gibt es viele Einstellmöglichkeiten und damit viele Symbole, die man schlicht mit der Zeit auswendig lernen muss. Unbedingt selbsterklärend sind sie nicht überall. Das wird aber ... keine Sorge. Und der Player lädt, schon wegen des erstklassigem Touchpad zum Ausprobieren und "Spielen" ein.
Die Benutzeroberfläche kann, wie heute oft üblich, selbst konfiguriert werden. Dazu stehen verschiedene Shortcuts (Icons) und ganz gut gemachte Widgets zur Verfügung, die aber manchmal etwas arg großflächig daher kommen.
Wichtige Funktionen befinden sich alle auf der Aussenseite: An/Aus/Hold - lauter/leiser - Start/Stopp/vor/zurück - alles da. Man muss also z.B. das Ledertäschchen von Noreve nicht öffnen, um den Player (zumindest beim Musikhören) zu bedienen. Klar, der Player ist flach und die Tasten bieten wenig Auflage für die Finger. Aber es ist ausreichend, ein guter Kompromiss.
Laufzeit ...
... keine Ahnung - einfach nur extrem lange. Messen brauche ich es nicht mehr. Das ist so, wie wenn man ein Auto mit genug PS hat. Man braucht nicht mehr angeben, man weiß einfach, es ist immer genug Power da.
Lautstärke ...
... ist für Europa begrenzt, lässt sich aber ganz einfach "aufheben". Funktioniert so:
1. Player an den Computer anschliessen
2. über Windows-Explorer auf den Player zugreifen, ins Verzeichnis "System" wechseln.
3. Die Datei PARAM.CFG löschen.
4. Player vom PC entfernen
5. Player einschalten
6. Sprache wählen: English
7. "Non-European-Union" wählen
8. Nun in die "Settings" gehen und die Sprache (Language) wieder auf Deutsch stellen.
Die Maximallautstärke ist nun deutlich höher und dürfte für die Nicht-Schwerhörigen von uns wirklich ausreichen. Selbst konvertierte ältere CDs, die deutlich leiser aber mit hoher Dynamik aufgenommen wurden, kommen immer noch ausreichend laut. Dennoch: Der D2+ geht noch lauter, auch die ehrwürdige Referenz X5 ist lauter.
Haptik ...
Der flache Player ist zwar aus Plastik (und ich liebe das Metall vom X5/M5) aber es ist hochwertig und macht den Player angenehm leicht. Ganz toll flach, macht morts was her. Sieht in schwarz super edel aus, ohne aber zu übertreiben oder gar protzig zu wirken.
Radio ...
... wie schon immer: Beiwerk, nichts besonderes.
Ohrhörer ...
... wie schon immer: Beiwerk, auspacken lohnt nicht. Wer keine hat sollte sich unbedingt für gutes Geld gute In-Ears holen.
Software ...
... braucht es nicht. Drag & Drop unter Windows reicht vollkommen. Dementsprechend auch als externer Massenspeicher verwendbar.
Speicher ...
... kann zusätzlich "eingeschoben" werden. microSDHC bis 32GB soll gehen nach Anleitung (nicht ausprobiert). Ich habe derzeit 8GB zusätzlich drin - alles kein Problem. Beide Datenträger werden datentechnisch in der internen Datenbank zusammengeführt, d.h. Musikdateien, Videodateien werden unabhängig von der Quelle zusammen angezeigt. Auch die externe karte kann natürlich über die Ordnernavigation erreicht werden.
Stecker ...
... leider wieder ein neues Format (also kein Mini- oder Micro-USB). Audio-Line-In und Video-Out wird auch über diese Schnittstelle versorgt aber die Kabel dafür sind leider aufpreispflichtig. Nicht Docking-fähig (immer noch abgesehen vom Klang der größte Vorteil des X5/M5.)
Audio-Aufnahmen über Line-In-Kabel im MP3 bis 256kbps möglich.
eingebautes Micro ...
... an Board.
Hörbuchfans ...
... werden den J3 ebenfalls lieben: Audible-fähig und bis zu 256 Bookmarks können gesetzt werden. Also: Hörbuch-geeignet!
Formate ...
... alles was das Herz begehrt, incl. OGG, WAV, FLAC, DivX usw. Die Formatvielfalt bleibt bei COWON Programm - basta :-)
eingebauter Lautsprecher ...
... funktioniert sehr gut und scheppert nicht - mehr muss es nicht sein. Der Lautsprecher macht seinen Job.
andere Funktionen ...
... gibt's: Taschenrechner, Stoppuhr, Memo mit QWERTY-Tastatur, Memo über Touch, ein Spielchen ... na ja, alles ganz nett aber ich will Musik hören :-)
Hochfahrgeschwindigkeit ...
... ist ausreichend zügig, auch im Verhältnis zur Datenmenge. Über die Sleep-Funktion natürlich noch schneller. Die Funktion ist vergleichbar dem Stand-by beim Laptop. Mein Cowon D2+ wäre im Standard viel viel langsamer aber nach der Tuningmassnahme ist er deutlich schneller beim Booten als der J3 (Vergleich bei ca. 14GB Ladekapazität plus voller 8GB microSDHC-Karte).
Betriebssicherheit ...
... nicht eine Fehlreaktion bisher, geschweigedenn ein Absturz. Der D2+ ist lange nicht so stabil. Firmware V2.23 scheint sehr betriebssicher zu sein.
Nachteile?
nur ganz wenige - und eher in der zweiten Reihe:
*** Die Alben werden im Cover-Modus leider nur nach Alphabet des Albumtitels sortiert. Interpret->Album geht nicht und damit stehen "bildtechnisch" meine CDs/LPs eben anders im Regal als sie hier im Cover-Modus sortiert werden.
*** Die Farben können nicht geregelt werden, ebensowenig der Kontrast, also leider nur die Bildhelligkeit.
COWON: Das wäre mein persönlich wichtigster Wunsch, solltet ihr das über die Firmware noch hinbekommen.
Die Kontrastregelung war doch früher schon standard und es gibt Freunde, die es eben nicht ganz so bunt mögen :-)
*** Ladekapazität nur in 25%-Schritten.
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