'Cowboys and Aliens', Vorlage zum aktuellen Kinofilm mit Daniel Craig und Harrison Ford, überzeugt zunächst mal einfach durch seine abgedrehte und doch nicht unlogische Prämisse.
Ein Treck Siedler in Arizona wird von einer mehr zufällig zustande kommenden Invasion durch Ausserirdische bedroht. Gemeinsam mit einem nahelebenden Apachenstamm macht man sich an die Vertreibung der Eindringlinge, bevor die Verstärkung herbeiholen und die ganze Erde besetzen können.
Doch trotz der ungewöhnlichen Grundidee entwickelt sich eine relativ formelhafte Handlung, die zu weiten Teilen klischeehaft und vorhersehbar ist.Im Zentrum steht der übliche männliche Hau-Drauf-Cowboyheld, unterstützt von einem taffen Cowgirl und einem edlen Indianer. Erwartungsgemäß bekommen wir notdürftig reingepresste Romanzen, den schleimigen Schurken und Verräter, von dem man schon ganz zu Beginn ahnt, dass er die Seiten wechselt, Lektionen über den Wert von Zusammenarbeit, Rettungen in letzter Minute und so weiter - alles, was der klassische Western so zu bieten hat. Auch wenn die Kollision dieser Klischees mit dem Alien-Szenario manchmal lustig und interessant ist, wäre ein bißchen mehr Innovation nett gewesen; die Geschichte ist einfach zu vorhersehbar.
So 'Okay' wie die Handlung sind auch die Dialoge; nicht so gut, dass intelligente Formulierungen und clevere Wortwitze hängenbleiben, aber auch nicht so schlecht, dass man sich beim Lesen innerlich krümmt.
Und auch die Zeichnung sind so ansprechend, dass man den Comic gut lesen bzw. ansehen kann, aber auch nicht so toll, dass man von der Zeichenkunst beeindruckt ist. Die erwachsenen Menschen sehen recht gut aus, die Kinder sind durchweg missraten, die Aliens total hässlich und lächerlich. Die Landschaften sind karg gehalten, aber bringen durchaus Westernfeeling.
Die Symbolik der Geschichte - die Aliens sind für die weißen Siedler die technisch überlegenen, überheblichen Invasoren, die die weißen Siedler für die Indianer sind - ist an sich akzeptabel, aber
nicht wirklich neu und mit der Keule vorgetragen. Ein bißchen mehr Subtilität hätte gut getan.
Fazit: Wie bereits gesagt, 'Okay'. Kann man gut lesen, muss man aber nicht gelesen haben.
Übrigns: Den Film habe ich noch nicht gesehen, nach meinen bisherigen Informationen haben Comic und Film aber nicht viel mehr als die Grundidee gemeinsam.