Ich möchte mich meinen Vorrezensenten, sowie auch Jan Schulze Ojala (Tagesspiegel) zustimmen: Covering Onetti ist den Leser-Blick auf jeden Fall wert!
Die vier Onetti-Erzählungen sind mit im Buch abgedruckt, ihre Coverversionen als Schwanz hinter sich herziehend.
Von den vier zur Auswahl gestellten Erzählungen Onettis gefällt mir (wie auch schon "f.") Das so gefürchtete Inferno am besten. Die Coverversion von Tom Bresemann ("Kein Gesicht") ist stark, ebenso, wie die darauffolgende Coverversion Gerhild Steinbuchs, die bei weitem nicht bloß die Perspektive wechselt (wie J. S-O. im Tagesspiegel schreibt), ebenso, wie das fulminante "P" von Philip Maroldt.
Das "Inferno"-Kapitel allein ist schon das Geld wert!
Nicht, dass mir Onetti so besonders viel bedeutete, den Namen habe ich vorger eigentlich nur GEHÖRT. Aber das Vorgehen ist es eben, dass (siehe L.P.) das Buch interessant macht, das Aufmerksamkeit weckt. Interessant ist schon, zu sehen, was da wer wie anstellt mit dem Onetti.
Auch Jörg Albrecht, Nora Bossong ("Rosa", eine schöne Essen-Kurzgeschichte!), Martin Lechner vor allem auch (Coverversion zu "Die Araukarie"), Georg Leß (von dem ich vorher noch nie etwas gehört habe...eine echte Entdeckung) und auch Martina Kieninger (die zwar vom Alter her herausfällt, aber nicht von der Textqualität!) haben mich stellenweise wirklich begeistert.
Bei Jörg Albrecht heißt es: "Irgendeine Geschichte muss das doch können: Panik in den Raum schießen, schöne Panik, die allen hilft, außer sich zu sein, momentlang."
Allen, die sich auf der Suche nach so einer Geschichte befinden, möchte ich COVERING ONETTI zutiefst anempfehlen.