Die Party geht weiter. Warner Bros. Records feiert den 50. Geburtstag nicht nur mit der grandiosen 10-CD-Box "Revolutions in Sound", sondern lässt sich auch covern. Ein Dutzend Warner-Künstler von heute erkor sich je ein Lieblingsstück aus dem Archiv. Darunter gibt es nicht nur Solides (wie das originalnahe, aber wenig innige Replacements-Cover "Here comes a Regular" von Against Me!), sondern auch Skurriles. Filmkomiker Adam Sandler (!) etwa covert Neil Youngs "Like a Hurricane", wahrscheinlich weil er in einer ähnlichen Tonlage ähnlich schlecht singt wie Young. Nur tut er das - im Gegensatz zum Kanadier - auch ohne jedes Charisma. Instrumentiert ist "Hurricane" wie das Original, läuft allerdings nur gut halb so lang; eine unmotivierte Abblende ist schuld. Erheblich ambitionierter widmen sich die Flaming Lips Madonnas "Borderline". Zunächst auf einen intimen elektronischen Kern reduziert, brandet das Stück nach zweieinhalb Minuten plötzlich mächtig auf, wird mit verzerrter Orgel und Geistergesang zur psychedelischen Drohkulisse. Missy Higgins geht den umgekehrten Weg, verwandelt Roxy Musics aufgeplusterten 80er-Glampop "More than this" in einen lieblichen Folksong - und The Used fördern das wahre Aggressionspotenzial des Talking-Heads-Meisterwerks "Burning down the House" zutage. Ein feines, natürlich sehr heterogenes Projekt, dem Warner ruhig mehr als nur ein Album hätte widmen dürfen. Eine Zehnerbox mit Covers: Das wäre was gewesen! (mw)