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Zu den Songs:
Der Eröffnungssong 21th Century Schizoid Man ist der Kontrastpunkt des Albums, das Loch im Teppich: Hektisch, panisch, aggressiv, nervös, eine Kakophonie aus verzerrtem Gesang, Saxophon, verzerrter E Gitarre und irren Schlagzeugsynkopen, erinnert teilweise sehr stark an Jon Hisemans Colloseum, wenn man vom Gesang absieht. Sehr verstören und im krassen Kontrast zum Rest des Albums stehend.
I Talk To The Wind: Wundervolle, idyllische und kindlich naive Flötenmelodien, lässige, träge Gesangsmelodien, ein Lied, das von Luft und Liebe zu leben scheint, völlig unbekümmert und beruhigend. So relaxed, wie man es nach der Eruption des ersten Stücks niemals vermutet hätte. Auch Klarinette und Oboe kommen hier neben mehreren Flöten zum Einsatz, der Rythmusteppich ist variabel verspielt und absichtlich löchrig um die Lässigkeit zu betonen.
Epitaph: Eine Klangwand aus Mellotron (einem Instrument, das damals grade frisch in Mode kam, was avantgardistische Musik mit klassischem Touch betraf), Fagott, Oboe, Klarinette, Akustikgitarre, etwas (cleaner) E Gitarre, Kesselpauken, Bass und einem schleppendem Drumrythmus, monumental, episch, dramatisch und elektrisierend, wie kurz vor einem Gewitter, wundervoll, anmutig, emotional... Herrlich, Melodien, die einem einen Schauer über den Rücken jagen, vom göttlichem, engelhaften Gesang Greg Lakes gar nicht erst zu sprechen. Ich kenne keine bessere Form in Musik gepresster Melancholie und Trauer. Wow! Wer hier keine Gänsehaut bekommt, sollte einen Neurologen aufsuchen!
Moonchild: Die ersten drei Minuten sind sehr geheimnisvoll und mysteriös, Greg Lakes Stimme ist gedämpft an der Grenze zum Flüstern, die leicht verzerrte, jammernde Gitarre und das spärliche Klavier schienen sich in das Gehör anschleichen zu wollen. Absolut tolle atmosphäre, ehe man sich dann nach drei minuten der musikalsichen Selbstinszenierung hingibt und Freejazz praktiziert, ohne jede Form und ohne jeden Zusammenhang zum Rest des Songs, sehr verspielte Xylophon und Gitarrenmelodien, etwas Percussion... Man pennt past ein, was aber dem Genuss keinen Abbruch tut.
Der Titelsong: Ebenfalls eine möchtige Wand aus melancholisch weinendem Mellotron, Klavier, Bass und Schlagzeug, dann aber nur wundervolle akustische Gitarre und herrliche Gesangsmelodien, eine mysteriöse Atmosphäre wird kreiert, wie auf einer anderen Welt, Greg Lakes Stimme untermalt beim Refrain die Melltronmelodien und verleiht dem Sond einen sakralen, choralen Touch. Wundervolle Flötenmelodien in der Mitte, untermalt von jazziger Gitarre und das bombastische Ende... Ein Song, der Epitaph in nichts nachsteht und mit dem sich die Band ein Monument, ein Denkmal geschaffen haben....
Das ist nicht nur ein Denkmal, sondern ein Mahnmal in Moll und Dur, warnend vor der damals gefürchteten atomaren Apokalypse...
Das wundervolle, traumhafte Cover tut sein übriges.
Kaufempfehlung. Weitere Worte spotten nur der Genialität dieses äusserst inspirierenden Werkes, wohl das Beste, was in meinem Plattenschrank steht und was vom King Crimson Urmitglied und Gitarristen Robert Fripp heute Live unter den Tisch gekehrt wird und keine Beachtung mehr findet. Welch eine Verschwendung. Aber Live kann man diese Musik nicht umsetzen, wie das King Crimson Livealbum Epitaph leider unmiossverständlich klar machte.
PUNKT!
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