"Ein unheimliches Meisterwerk", murmelte der sonst mit Lob sparsame Who-Mastermind Pete Townshend, nach dem ersten Hören von King Crimsons psychedelisch/progressivem Debutmonster. Auch 40 Jahre später kann man ihm noch vorbehaltlos beipflichten, denn nur wenige des an außerordentlichen Platten reichen Jahres 1969 - und kein einziges anderes Debutalbum - vermögen auch heute noch ähnliche Sogwirkung auszulösen wie der Mahlstrom aus Gitarren, Saxophonen, Flöten, Schlagwerk und jeder Menge Mellotron der selbst vorbereitete Hörer in den Hof des Scharlachkönigs zieht. Beim ersten Hören von "21st Century Schizoid Man" vor vielen Jahren dachte dieser Rezensent gar die Boxen wären defekt: so unvorbereitet traf ihn die Wucht dieser heute noch unglaublichen Nummer, so wahnwitzig klang Greg Lakes Vocoder-verzerrte Stimme und Robert Fripps Gitarrenspiel. Auch die ruhigeren Nummern (das folkige "I Talk To The Wind" etwa und das jazzige "Moonchild") sowie die Mellotron-Epen "Epitaph" und das Titellied haben nichts an Spannung verloren, sondern lassen Bedauern darüber aufkommen wie eindimensional die Klangvisionen heutiger Bands im Vergleich oft ausfallen, was der phantastisch räumliche Klang dieser neuen von Steven Wilson (Porcupine Tree) gemixten Version (die auch als superbes und glasklares 5.1-Mix vorliegt - siehe die entsprechende Edition), nachdrücklich bestätigt. Dies ist die 4. und definitive CD-Edition des Superklassikers, zumal sie als erste auch noch faszinierende Bonustracks (alternative/instrumentale Versionen, Single-Mixes, Session-Aufnahmen) enthält. Kurz: ein musikalischer Meilenstein in perfekter Edition: unverzichtbar.