Das Cover darf durchaus symbolisch verstanden werden, zeigt es doch mehrere Wegweiser mit jeweils zwei Optionen. Auch bei den Schweden von NARNIA im Jahr 2009 musste man sich die Frage stellen, wo es denn nun eigentlich hingeht, hat man doch den langjährigen Frontmann Christian Rivel ' zumindest als Bandmitglied ' verloren. Also: demnächst nur noch unter 'ferner liefen' oder die Flucht nach vorn?
Schnell wird klar, dass man es geschafft hat, das Schiff in die richtige Richtung zu lenken. Der Opener 'Sail Around The World' lässt keinen Zweifel zu, dass eine große Menge an Motivation und Spielfreude der Produktion des mit 42 Minuten zwar nicht übermäßig langen, aber eben auch zu keiner Sekunde langweiligen neuen Longplayer investiert wurde. Die Stimme des neuen Sängers Gérman Pascual passt wirklich perfekt zu dem, was NARNIA zuvor war und auch immer noch ist, eine absolute Konstante im Bereich des Melodic Metals einerseits, andererseits eine sich ständig weiterentwickelnde Formation, die weit davon entfernt ist, krampfhaft Bewährtes beizubehalten. Unaufdringlich aber dennoch markant sorgt er für einen rundum homogenen Klang auf diesem neuen Album und wird mit Sicherheit den Großteil der alten Fans davon überzeugen, dass man die absolut richtige Wahl mit der Besetzung des Gesangsparts getroffen hat.
Der größte Unterschied zu den letzten Alben ist vielleicht, dass man auf lange, epische Titel verzichtet hat und wieder mehr auf kürzere und eingängigere Stücke setzt. Doch die Melodien können überzeugen, Titel wie 'When The Stars Are Falling' oder 'Rain' gehen schnell ins Ohr (und zu Herzen), und an mitunter sehr druck- und kraftvolle Tracks (ein weiterer Unterschied zu den frühen NARNIA-Alben) wie dem Titelsong oder 'Armageddon' wird der geneigte Metal-Fan ganz sicher große Freude haben.
Ohne Frage, zum Ende des Jahrzehnts legen NARNIA die Messlatte für die Zukunft sehr hoch. Der Spielwitz und die Kreativität auf dem neuen Longplayer dürften kaum jemanden kalt lassen und zeigen, dass die Band inzwischen ohne Übertreibung zur Speerspitze des Genres gezählt werden darf. Fünf Sterne, für das zwar kurze, aber für die Dauerrotation bestens geeignete Album.