Für einen jungen Sänger hat Beau Button(Garrett Hedlund) schon eine Menge Lebensweisheiten auf Tasche. Jedenfalls weiß er, was er vom Leben will. Die Grammygewinnerin und Country-Music-Star Kelly Canter(Gwyneth Paltrow) ist über diesen Punkt weit hinaus. Nach einem, viel zu kurzen Aufenthalt in einer Entzugsklinik, bei dem sie Beau kennen gelernt hat, weil er als Pfleger dort arbeitete, wird sie von ihrem Manager und Ehemann James(Tim McGraw) wieder auf Tour geschickt. Sie willigt nur ein, weil James zustimmt, dass Beau im Vorprogramm von Kelly auftreten darf. Dort wollte James eigentlich die schöne, aber ziemlich naiv wirkende, Chiles Stanton(Leighton Meester) unterbringen. So kommt es zum Kompromiss: Chilton und Beau teilen sich das Warmspielen, um für Kelly die große Bühne zu bereiten. Aber das funktioniert nicht. Während sich die Youngster das Countryherz aus dem Leib spielen, schafft Kelly ihr Comeback nicht. Es sind der Alkohol, die Depressionen, die Ehe mit James, eine Affäre mit Beau, und vieles mehr, was Kelly Canter den Boden unter den Füßen wegzieht. So beginnt die Tour euphorisch und endet...ja...das sollten sie sich dann doch lieber selbst anschauen.
Ich will es mal so zusammenfassen: Man nehme Tobey Maguire als Produzenten, Shana Feste(Zeit der Trauer) als Regisseurin, den Countrysänger Tim McGraw als nicht singenden Manager, die Schauspieler Gwyneth Paltrow und Garret Hedlund als singende Schauspieler, die Sängerin und Schauspielerin Leighton Meester als schauspielende Sängerin, und ein Drehbuch von Shana Feste, das so clever und atemberaubend gut gelungen ist, dass man in keiner Sekunde des Films erkennen kann, wie diese Geschichte ausgeht; um damit den Film -Country Strong- ganz nach oben in das Genre des Musikfilms mit Hintergrund und Niveau zu heben.
-Country Strong- ist extrem gut besetzt. Egal, ob Gwyneth Paltrow die völlig kaputte Countryqueen spielt, ohne dabei sehr viel singen zu müssen, oder aber Leighton Meester sich vom Dummchen, dem man Null Sympathie entgegen bringt, zu einer tragenden Rolle im perfekten Drama entwickelt; das hat wirklich Klasse. Den genialen Gegenpart liefern Tim McGraw, als undurchschaubarer Manager und der fantastisch singende Garret Hedlund, als zentraler Mittelpunkt der Geschichte. Doch eigentlich ist eben genau diese Geschichte der Star des Films. So, wie der Country für die guten und zugleich schlechten Werte des amerikanischen Systems steht(jedenfalls für mich), so polarisieren sich die Figuren in Shana Festes Film, ohne dass man erahnen könnte, in welche Richtung sie driften.
Zu diesem wirlich hervorragenden Plot gibt es als Zugabe eine ganze Reihe von wirklich guten Songs, ein brilliantes Ende, und die Gewissheit, dass diese Art Story vom Amerikanischen Traum sich immer wieder für einen guten Plot eignen wird. Mein Fazit von der Jagd nach Ruhm, Erfolg, Zuschauer- und Verkaufszahlen in Shana Festes Countrydrama war die Einstellung der Filmfigur Beau Hutton zu all dem Trubel: "Ich mache einfach gern Musik." Ganz ehrlich; diesem Charakter traut man dabei sogar zu, dass er die Wahrheit sagt...