6. Dezember 1942. Der in Japan geborene Amerikaner Harry Niles wartet auf das letzte Flugzeug, das Tokio verlassen will. Er will mit seiner Geliebten in die Vereinigten Staaten. Schließlich ist er sich sicher, dass es einen Angriff auf Pearl Harbor geben würde. Immerhin ist er an dieser Entscheidung der Japanischen Armee nicht ganz unschuldig. Unglücklicherweise hat er in einem Tokioter Club eine projapanische Rede gehalten, und die Amerikanische Botschaft ist not amused. Dann wird ihm eine Pistole untergejubelt, die er unbedingt loswerden muss. Und schließlich ist da noch ein durchgeknallter Armeeoffizier, der Jagd auf Niles macht... Dieser Roman könnte eine menge Spannung bieten. Leider zerfasert der Autor die ganze Angelegenheit. Immer wieder blendet er in die Vergangenheit zurück, um die Jugend der Hauptperson zu schildern. Da sind einfach zu lange Phasen, in denen sich in Rückblenden die Geschichte aufbaut, die aber eigentlich nur als Seitenfüller dienen. Gut: Das Leben in Tokio zwischen den zwanziger und vierziger Jahren ist blendend geschildert worden, man kann sich das alles bildlich vorstellen. Doch das ist nur Beiwerk. Die Hauptsache, die eigentliche Romanhandlung, ist unglaubwürdig. Denn immerhin geht es hier um den Grund für den Angriff Japans auf Pearl Harbor. Und was sich der Autor da ausgedacht hat, ist absoluter Quatsch. Das Schlechteste, was ich bisher von Martin Cruz Smith gelesen habe.