"Kann ein Muslim in Istanbul dieselben Fernsehsendungen sehen wie ein Katholik in Rio de Janeiro? Hören die Menschen in Nairobi dieselbe Musik wie in Santiago de Chile? Und wer trinkt mehr, Belgier oder Kanadier?" Um Antworten auf diese und noch mehr Fragen zu finden, macht sich Brian Thacker also auf und besucht Chile, Brasilien, die USA, Kanada, Island, Belgien und Luxemburg, die Türkei, Kenia, Südafrika, Indien und die Philippinen. Über die Sofas, auf denen er schläft, und die Menschen, die er in den Gastländern trifft, schreibt er in seinem Buch "Couch Surfing. Eine abenteuerliche Reise um die Welt".
Gänzlich unterschiedlichen Leuten begegnet Thacker auf seiner Reise: Leute unterschiedlichen Alters mit unterschiedlichen Interessen, Geschichten und Berufen. Bei einigen schläft er in einem bequemen Bett, bei anderen nur auf einer Luftmatratze. Das zentrale Element im Buch sind die Begegnungen mit den Gastgebern; Sehenswürdigkeiten und andere Informationen zu Land und Leuten werden auch abgehandelt, sind aber eher nebensächlich.
Während das Buch zu Beginn durchaus amüsant und auch interessant daherkommt, stumpft man als Leser mit der Zeit immer mehr ab. Der Witz des Autors wirkt irgendwann nur noch aufgesetzt und spätestens ab der Mitte gewinnen die Müdigkeitserscheinungen Oberhand, angesichts der Vielzahl an flüchtigen neuen Bekanntschaften, die alle nur kurz und oberflächlich beschrieben werden. Keine Begegnung hinterlässt irgendein Gefühl im Leser, sodass man am Ende vergessen hat, wen Thacker alles besucht hat, was er alles gesehen hat. Das Einzige, an das man sich erinnert, ist der recht reichhaltige Bierkonsum des Autors. Was bleibt, ist die Frage, was denn nun eigentlich das Abenteuerliche an dieser Reise ist.
Eine gute Idee, die mangelhaft umgesetzt wurde und in dieser Form keine 318 Seiten trägt.