1987 war ein Wendepunkt für das bislang innovative und facettenreiche Weller/Talbot Projekt. Mit "The Cost of Loving" wurde ein aalglatt gelecktes Soulpop-Album produziert, das an inhaltlicher Belanglosigkeit und lustlosen Arrangements leidet. Bereits der Opener "It didn't matter" erinnert an radiofreundlichen Elektropop. Synthesizer und monotoner Gesang, garniert mit leblosen Drums als hors d'euvre - wuchtig, aber fade eingespielt. Das furios startende und bemüht rappige "Right to go" stellt die Nerven eines jeden Musikliebhabers auf eine harte Belastungsprobe. Nach diesem Soundgewitter wird der Hörer in einem sterilen Klangvakuum mit uninspirierten lahmen Soulpossen malträtiert, von denen lediglich der Titeltrack "Cost of ..." und das dezent beschwingte "Walking the night" musikalisch hervorblitzen. Paul Wellers vormals integrative und stilbildende Protesthaltung ist wie weggefegt: Banales Schlaflied ("A woman's song") und richtungsloser Emotionsschmarrn ("Angel")sind kein Ersatz für die zeitlosen kraftvollen Klassiker "Walls come tumbling down", "Shout to the top" und "My ever changing moods". Das vormals wirksame Konzept, sozialkritische Texte in ein unterhaltsames jazzig/souliges Gewand zu kleiden, wird hier leider zugunsten einer kommerziellen Musikproduktion aufgegeben, die sich am damaligen Massengeschmack orientierte. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte Mr Weller seine Sachen packen und diesen "pretentious pop" Zirkus abblasen sollen. Manchmal ist ein Schritt zurück der bessere Weg nach vorne ...