Wie sich schon bei dem russischen Strategiehit Sudden Strike, bei Europa Universalis und bei Patrizier 2 gezeigt hat, werden in Europa einfach die besseren Strategiespiele entwickelt. Im Gegensatz zu den USA, wo allein der schnelle Spass zählt, setzt man in Europa auf Realismus, Detailtreue und Spieltiefe. So auch bei Cossacks, das in der Ukraine entwickelt wurde. Cossacks ist ein Echtzeit-Strategiespiel, das zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert angesiedelt ist und es dem Spieler ermöglicht, aus 16 historischen Nationen zu wählen, namentlich England, Frankreich, Russland, Ukraine, Polen, Preussen, Österreich, Spanien, Portugal, Algerien, Türkei, Venedig, Piemont, Niederlande, Schweden und Sachsen. Jede dieser Nationen hat ihren eigenen riesigen Technologiebaum, ihre eigenen historischen Einheiten, mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen, Fähigkeiten und Charakterwerten, und ihre eigenen Gebäudetypen, die exakt nach der landestypischen Architektur gestaltet wurden und die Spielgrafik zu einem wahren Augenschmaus werden lassen. Im Gegensatz zu Age of Empires ist man hier nicht ständig in Hektik und eigentlich nur damit beschäftigt, sich durch die Technologie- und Produktionsbuttons zu klicken, sondern man hat mehr Zeit für ausgefeiltere Strategien, und wer will kann sogar auf einen langsamen Spielmodus schalten, um bei den gigantischen Schlachten mit bis zu 8000(!!) Einheiten den Überblick zu behalten und seine Formationen in Reih und Glied agieren zu lassen. Insgesamt gilt, weniger sinnlos klicken, mehr nachdenken. Allerdings ist der Schwierigkeitsgrad auch deutlich höher als bei AoE, besonders bei den Kampagnen. Cossacks kommt mit einem dicken, super aufgemachten Handbuch und einer Online-Referenz zu den geschichtlichen Hintergründen des 17. und 18. Jahrhunderts.