Kein Zweifel. Es rockt gewaltig. Emanzipieren wollen sie sich. Von ihrem übermächtigen Sänger, Songwriter und Performer, den ich - wie Millionen andere auf der Welt - schätzen, lieben und achten lernte. Vergleicht man Konzertmitschnitte von früher (wo der Rest der Band wie Statisten für die Diva Mercury wirkte) und heute, ist es fast rührend, wie sich May und Taylor einfach nur freuen, wieder spielen zu dürfen. Und diese Spielfreude merkt man auch dem neuen Album an. Man muss einfach genau hinhören. Ich krieg Gänsehaut, wenn ich Mays Gitarre höre, und freu mich bei jedem Beat, dass da Roger Taylor am Schlagzeug sitzt. Da haben Vollblutmusiker was richtig Gutes abgeliefert. Und "Queen" IST zu hören, selbst bei bluesigen, auf Rodgers zugeschnittenen Titeln. Man hört es nicht nur, man spürt es. Wenn man bereit ist, sich auf etwas Neues einzulassen. Freddie Mercury kann (und will) keiner ersetzen. Paul Rodgers ist nicht Freddie, aber er hat eine sehr gute Stimme. Dieses Album ist einfach richtig gute Musik. Und das von sogenannten "alten Herren". Man sollte einfach bedenken, dass Freddie heute auch über 60 wäre und dass es Queen (so wie viele sie wollen) vielleicht gar nicht mehr so gäbe. Die Jungs haben gewartet, haben ihrem Sänger (wie ich finde) reichlich (auch kommerziell erfolgreichen) Tribut gezollt, aber jetzt wollen sie es nochmal wissen. Glückwunsch. Nicht alle Legenden müssen tot sein, um weiter zu leben. "Queen" existiert noch, und darüber freue ich mich aufrichtig.