Kurzbeschreibung
Der Verlag über das Buch
In der Reihe "SATIRE" findet sich ein neuer Name: Andreas Winterer schrieb für Addison-Wesley, PC Professionell, Computer Reseller News und andere, war zuletzt Chefredakteur des meistverkauften deutschen LAN-Magazins Networks & Communications. Jetzt bei SCHWARTEN der Debütroman "Cosmo Pollite". Wie der Reihentitel und Insidern auch der Name des Autors (und sein Pseudonym ZARA) verspricht, findet sich hier jede Menge schwarzer Humor und Seitenhiebe auf alles und jeden. Besonders SciFi-Fans werden Ihren Spass mit den drei Helden in diesem Weltraumabenteuer haben -- andere Leser sollten sicherheitshalber erst mal einen Blick in die Leseproben auf dem Internet werfen :-). Trotzdem auch für nicht Trekkies empfehlenswert.
Auszug aus "Cosmo Pollite" von Andreas Winterer, c. 2000. Mit freundlicher Genehmigung von Schwarten Verlag
»Einschlag in 55 Sekunden, mein Tiger.«, hauchte die erotische Stimme, neben der eine Kurtisane von Babylon V wie eine frigide Priesterin geklungen hätte. Der Doktor hing in seinen Gurten und keifte panisch. »Haben wir nicht irgendwas zum Abwehren da? Lasterstrahlen? Oboentorpedos? Oder sowas ähnliches? Wir können uns doch nicht wie Tontauben abknallen lassen!« Mark blätterte gehetzt in der Betriebsanleitung des Raumschiffs. »Ja, genau. Mensch Cosmo, nun tu doch irgendwas. Drück auf die Tube. Leite irgendwelche Energien vom Warp-Kern in die Schilde um! Oder umgekehrt. Die im Fernsehen machen das immer so.« »Ich tu ja schon, was ich kann!«, stöhnte Cosmo, hebelte die Gangschaltung von 'schnell' auf 'wahnsinnig schnell' und trat das Atomgaspedal fast bis zum Vakuum durch. »Aber die Dilithium-Kristalle sind hinüber!« »Soll das heißen, wir haben keine Möglichkeit, auf, äh, Dings ... , auf Warp-Geschwindigkeit zu kommen?«, schrillte Mark. »Ja, ich denke, das soll es heißen.« »Einschlag in 46 Sekunden, oh, ja, gib's mir!« Die erotische Stimme des Bordrechners überschlug sich. Mark schmiß das Handbuch in die Ecke, schnallte sich ab und öffnete seine Reisetasche. Mit metallischen Geräuschen fielen verschiedene schwere Handfeuerwaffen zu Boden, während er weiter wühlte. »Ich mach 'ne Luke auf und knalle sie von Hand ab.«, knurrte er. Cosmo zeigte auf eine Konsole mit Joystick. »Das da sind die Geschütze. Beschleunigte Mesonen-Dingsda, Du kennst Dich da sicher besser aus als ich.« Mark stürzte sich auf die Konsole und hatte sie innerhalb von Sekunden aktiviert. »Einschlag in 32 Sekunden, keuch keuch keuch ...« Der Doktor versuchte, sich abzuschnallen. »Na denn, ich glaube, ich muß noch mal für kleine Mädchen, ehe ich sterbe.« Cosmo wollte den großen Knopf zur Sicherung der Gurte drücken und stutzte kurz: Den kleinen Knopf neben dem großen hatte er noch nie bemerkt. Er ignorierte das Ganze, dachte an ein Käsebrötchen und drückte schnell beide Knöpfe. Die Gurtsicherungen rasteten ein. »Nichts da! Schließlich muß ich die Toiletten hier selber saubermachen! Sie bleiben also schön hier sitzen! Da unter den Sitzen sind Panik-Katheder. Einfach wie ein Kondom benutzen. Außerdem: Noch ist Polandia XII nicht verloren - wie sieht's aus, Mark?« Verbissen hämmerte Mark auf die Feuerknöpfe und versuchte, die feindliche Fregatte im Fadenkreuz zu halten. »Geht so, ist 'ne Weile her, daß ich mit Joysticks zu tun hatte.« »Einschlag in 23 Sekunden, hechel, jah, hechel ...« Mit aller Macht stemmte sich Cosmo gegen das Atomgaspedal. Die Triebwerke röhrten wie in Star Wars. Die Alarmsirenen heulten wie in Star Trek. Lichtblitze und Warnlampen tauchten das Kabineninnere in pulsierendes Licht wie in einem frühen Ridley-Scott-Film. »Einschlag in 11,5 Sekunden, jah, gleich, keuch schnauf ...« Aus irgendwelchen Düsen trat aus nicht erklärbaren Gründen Wasserdampf - sieht man in jedem B-Movie - und strömte in nebligen Fontänen durchs Cockpit. Der Atommeiler heulte auf. Schaltungen sprühten Funken. Lampen explodierten. Der Doktor schrie. Und Mark. Cosmo auch. Helden waren sie nicht gerade. »Einschlag in 5 Sekunden. Ja, jetzt, ja ja ja jajaja!!!« »Was?« »Drei.« »Zwei.« »Eine ... Jaaaaaaah!!!« Ein gigantisches Donnern blieb aus. Das Schiff hörte einfach auf, zu beschleunigen. Mit einem schmatzenden Geräusch hängte sich ein Traktorstrahl an die Schiffshülle. Der Bordcomputer gab ein paar befriedigte Seufzer von sich. Cosmo hieb auf den Auswurfhebel für die Stimm-CD des Rechners. »Du gehst mir jetzt langsam auf den Geist.« Mark schnallte sich ab und hängte sich Handgranaten an den Gürtel. »Die nehmen Gefangene. Kein gutes Zeichen.«