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Cosmic Banditos. Ein Contrabandista auf der Suche nach dem Sinn des Lebens
 
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Cosmic Banditos. Ein Contrabandista auf der Suche nach dem Sinn des Lebens [Taschenbuch]

Allan C. Weisbecker
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Ein vorübergehend vom Glück verlassener amerikanischer Drogenschmuggler – nennen wir ihn Mr. Quark - versteckt sich zusammen mit High Pockets, seinem Hund, irgendwo im kolumbianischen Dschungel vor Polizei, Armee und verschiedenen Geheimdiensten. Die goldenen Schmugglerzeiten liegen nur ein paar Monate zurück. Kuriose Fehlschläge, im allgemeinen auf den etwas sehr freizügigen Umgang mit Tequila, Drogen und Handgranaten zurückzuführen, haben unseren Helden ins Exil gezwungen.

Einzig über seinen treuen Banditofreund Jose hält Mr. Quark die Verbindung zur Außenwelt aufrecht. Der zunächst harmlos anmutende Raubüberfall Joses und seiner Kumpane auf einen amerikanischen Professor für Physik und dessen Familie löst eine Lawine unkontrollierbarer Ereignisse aus. Schuld sind die Bücher aus dem Urlaubsgepäck des Professors, die Mr. Quark und Jose Einblick in die Quantenmechanik und die Tiefere Wirklichkeit gewähren (die Bedeutung der nymphomanischen Tochter des Professors für alles bleibt hier wohlweislich außer Betracht). Das Studium der Bücher hinterläßt bei den zwei Amateurphysikern zahlreiche offene Fragen.

Die Suche nach der absoluten Erkenntnis läßt sie zu einer nicht ungefährlichen Pilgerreise Richtung Norden - nach Kalifornien - aufbrechen, wo sie sich vom Eigentümer der Bücher Antworten und Zuspruch erhoffen. Der wahnwitzige Trip führt Mr. Quark und Jose von Abenteuer zu Abenteuer, läßt sie dabei unentwegt auf skurrile Gestalten treffen und schließlich fast den Verstand verlieren.

Der Verlag über das Buch

Ein lange vergriffenes Meisterwerk ist zurück. Die vor Witz, Chaos, Drogen und Sprengstoff nur so strotzende Geschichte relativiert Ihre Sicht auf die Dinge. Gewinnen Sie einen Einblick in die Tiefere Wirklichkeit. Ein überstrapazierter Begriff trifft hier den Nagel auf den Kopf: Kult!

Umschlagtext

Phantastisch! Eine saukomisch absurde und sehr unterhaltsame Tollerei. (Booklist)

Autorenportrait

Allan C. Weisbecker beschreibt sein Leben als "immerwährende Suche nach dem Paradies". 1965 dem Surfen verfallen, jagt der 1949 Geborene seitdem den Idealen der Surf-Generation nach. Seine Suche nach der "perfekten Welle" finanzierte er in den 70er Jahren durch groß angelegten Marihuana-Schmuggel. Mit Lear-Jets, DC-2-Bombern und Hochseeyachten wurden Ladungen von mehreren hundert Tonnen in die USA geschleust, bevor ihn Hollywood Anfang der 80er als Drehbuchautor entdeckte.
Sein Durchbruch kam mit dem Start der erfolgreichen TV-Serie "Miami Vice", für deren erste Staffel Weisbecker maßgeblich verantwortlich war. Später schrieb er unter anderem für die Serie "Crime Story". 1986 erschien Weisbeckers erster Roman "Cosmic Banditos", mittlerweile ein Kult-Buch. In den 90er Jahren machte er sich zusätzlich als Fotograf für zahlreiche renommierte Magazine einen Namen.
1996 kehrte Weisbecker Hollywood den Rücken, verkaufte seinen gesamten Besitz und machte sich auf eine zweijährige Odyssee ...

Auszug aus Cosmic Banditos. Ein Contrabandista auf der Suche nach dem Sinn des Lebens von A. C. Weisbecker. Copyright © 0. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Die Don Juan war ein Tribut an »Murphys Gesetz«. Vielmehr übertraf das Schiff Murphys Gesetz noch, so daß ein neues Gesetz formuliert werden mußte, Don Juans Gesetz:
»Alles, was schiefgehen kann, ist schon schiefgegangen und wird es immer wieder tun.«
Ich war der Kapitän, aber ich schwöre, daß ich mit ihrer Wahl für diese Fahrt nichts zu tun gehabt hatte. Ich verwende eine einfache Methode, um große Stahlschiffe auf Konstruktionsfehler zu überprüfen. Ich gehe mit einem Drei-Kilo-Vorschlaghammer in den Kielraum hinunter und fange an zu schlagen. Was bricht, ist nicht ordentlich gebaut. Ich schlug sofort ein Leck in die vorderste Kettenkammer. Ein paar weitere Hammerschläge legten ihr korrodiertes wasserdichtes Schott frei.
In diesem Augenblick tauchte Julio auf. Er hatte vor Entsetzen geweitete Augen und schrie mit gellender Stimme. Ich verstehe zwar ganz gut Spanisch, aber alles, was ich mitbekam, war »gringo loco«…

Nach meiner ersten Inspizierung der Don Juan und ihres Ingenieurs versuchte ich, in ein vernünftiges Gespräch mit dem multinationalen Syndikat zu kommen, das das Vorhaben finanzierte. Ich erinnere mich sehr deutlich an die Konferenz. Ich sollte mit der kolumbianischen Beladungsmannschaft Verhandlungen führen über Fahrpläne, Code-Namen, Längen- und Breitengrade, Radiofrequenzen und Pläne für unvorhergesehene Zwischenfälle. Die Konferenz war seit mindestens drei Tagen in vollem Gange. Als erstes bemerkten High Pockets und ich den kolumbianischen Dope Lord, Eduardo »El Gordo«, splitterfasernackt und sternhagelvoll quer auf dem meterlangen Konferenztisch. Sabbernd lag er in einer »Linie« Kokain. Auf dem Plüschteppich lag ein ganzes Viertelpfund davon verstreut. Der Grund für dieses Ausrasten war mir sofort klar: ein Dutzend bereits geleerter Flaschen mit pharmazeutischen Quaaludes, die sich unter den unzähligen Magnumflaschen Dom Perignon befanden (‘69er übrigens. Die konnte man damals noch bekommen).
Alles in allem waren sechs oder sieben Kolumbianer anwesend (Jose inbegriffen) und vielleicht acht oder neun meiner Gringo-Genossen (darunter Jim und Robert), in unterschiedlichem Zustand nackter Ruhe, in Gesellschaft mehrerer Huren, darunter, so unglaublich es erscheinen mag, diejenige, die Robert über den Balkon der zweiten Etage des El Panama geworfen hatte. Abgesehen von einer Schramme am linken Handgelenk war sie ganz in Ordnung. Unter dem Konferenztisch fand ich einen bewußtlosen Zimmerkellner, der bis auf seine Holiday-Inn-Weste ebenfalls nackt war…

Ich steckte mir einen Joint an. Nachdenklich blies ich den Rauch aus.
»Dann kam Einstein«, fuhr ich fort. Ich wußte, daß ich nicht ganz chronologisch vorging, aber der Alte war ein zäher Zuhörer, und so beschloß ich, auf den springenden Punkt vorzustoßen. Ich legte dar, wie Einsteins Relativitätstheorien (die allgemeine und die spezielle) die klassische Physik umgestoßen und den Boden für eine neue Revolution in der modernen Wissenschaft bereitet hätten: Die Quantenmechanik.
An dieser Stelle wollte der Indianer noch eine Banane. Wiederum verschlang er sie, ohne sie zu schälen oder zu kauen. Ich hatte das deutliche Gefühl, daß er versuchte, meinen Gedankenfluß durcheinanderzubringen.
»Keine Bananen mehr, bevor ich fertig bin«, warnte ich. Er nickte kaum merklich.
Ich hatte noch eine andere Warnung an den alten Indianer. Wir waren dabei, einen Sprung im Konzept zu machen. Einen Sprung aus der makrokosmischen Welt der Bananen und Banditos in das bizarre Reich des Atoms und was noch darüber hinausgeht. Wir waren im Begriff, einen Blick auf das zu werfen, was wirklich geschieht. Einen Sprung von hier nach hier zu tun, das war‘s.
Ich fing an, aufgeregt zu werden, und trank einige Schluck Mescal, um mich zu beruhigen. Meinen Joint zündete ich aufs neue an.
Dann führte ich aus, daß eines der Hauptprobleme bei der Diskussion der Welt, die über das Atom hinausgehe, darin bestehe, daß unsere Sprache auf die makrokosmische Wirklichkeit eingestellt sei. Daß der beste Weg, das mikrokosmische Reich zu verstehen, derjenige sei, Anspielungen, Metaphern und Analogien zu verwenden. Anders ausgedrückt könne das, was wir »gesunden Menschenverstand« nennen, die Anerkennung der Wahrheit ausschließen.
Ich führte den alten Indianer den Pfad von der makrokosmischen Wirklichkeit zunächst hinunter in die Dumpfheit, die der Wirklichkeit zugrunde liegt. Ich erklärte ihm, daß vor Urzeiten ein Nichts herrschte. Kein Raum, keine Zeit, nichts. Dann gab es einen sehr großen Knall. Den Urknall. Das Universum entstand als Gefüge von Raum und Zeit und breitete sich schnell aus. Materie und Energie bildeten sich, Sterne und Sonnensysteme entstanden, so auch die oben erwähnten Banditos und Bananen. Bei dem Stichwort »Bananen« räusperte sich der alte Indianer.
Na gut, dachte ich. Er nimmt mich nicht ernst.
Ich griff eine Banane und hielt sie hoch. »Woraus bestehen Bananen?« Der Alte leckte sich die Lippen.
»Aus Bananenzeugs.« Das war mehr oder weniger, was ich hören wollte.
»Und woraus besteht ›Bananenzeugs‹?«
Die Antwort des Alten überraschte mich. »Aus dem Großen Geist«, sagte er, ohne zu zögern.
Ich tat einen tiefen Zug aus meinem Joint und blies nachdenklich aus- »Und woraus besteht der Große Geist?«
Er legte die Hand auf High Pockets‘ Kopf. Der Hund wedelte mit dem Schwanz, wie er es immer macht, wenn ihm Zuneigung zuteil wird. »Frag seinen Schwanz«, sagte der Alte.
»Was?« Ich wurde wieder ärgerlich.
Der Indianer lächelte. Seine Augen waren auf die Banane gerichtet, die ich in der Hand hielt. »Der Große Geist wedelt. Gib mir jetzt die Banane.«
»Keine Bananen, verdammt noch mal«, schrie ich. »Nicht eine einzige mehr!«
Ich trank einen riesigen Schluck Mescal und reichte die Flasche dem Alten. »Du kriegst die Banane, wenn ich will.«
Er nickte kaum merklich und trank die halbvolle Flasche in einem Zug aus.
»Donnerwetter«, sagte ich.
Der Alte rülpste so fürchterlich, daß High Pockets vor Schreck zur Tür hinausjagte und im Dschungel verschwand. Sogar Legs war verwundert.
»Schon gut, schon gut«, sagte ich zur Beruhigung.
Jetzt fing er zu kichern an. Offensichtlich fing der Mescal an zu wirken.
Ich seufzte und setzte mich. »Stehst du mit dem Großen Geist in Verbindung?«
Er nickte und kicherte weiter.
»Sag ihm, daß er ein Arschloch ist.«
Das wirkte. Der Indianer schloß die Augen.

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