Wer wie ich bereits viermal das zweifelhafte Vergnügen hatte, die Oper von Mozart live zu erleben, und sie jedes Mal aufs Neue weder verstand noch mochte, wird vielleicht nicht zu diesem Buch greifen - und das wäre ein großer Fehler. "Cosi fan tutte" ist eine wunderbare Geschichte. Mit 90 Seiten gerade mal lang genug, um einen Abend zu füllen, aber trotzdem keinen Satz zu kurz. Erzählt wird die Geschichte eines etwas vertrockneten Ehepaars, die aus der Oper nach Hause kommen und feststellen müssen, dass alles, wirklich alles verschwunden ist, was sie besitzen und ihr bisheriges Leben definiert hat. Es stellen sich daraufhin ein: zwei skurrile Polizisten, eine Psychologin, ein Verkäufer, ein junger Mann und dann zum Schluss direkt noch ein anderer. Und zwischendrin: Leere. Erstaunen. Hinübergleiten in eine neue Zeit. Alles auf Anfang. Und dann isses doch anders. Klingt das nun verwirrend? Dann bitte von diesen Zeilen so wenig abhalten lassen wie von eventuellen negativen Opernerfahrungen. "Cosi fan tutte" ist ein grandioses Buch, sehr, sehr lustig (nicht auf eine schenkelklopfige Art und Weise, sondern eher "Loriot-esque"), immer wieder erstaunlich, an einer Stelle auf ungeahnte Weise erotisch. Kurz: wunderbar. Ein Genuss!