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am 1. April 2011
Bei dieser Aufnahme zeigt sich wieder einmal, wie sich die Geister in der Beurteilung scheiden können. Natürlich hat "Cosi fan tutte" (so machen's alle) viele großartige Einspielungen gefunden, beginnend von legendären, aber klangtechnisch unbefriedigenden Aufnahmen von 1935 unter Fritz Busch (Glyndebourne-Mitschnitt) und von 1956 unter Guido Cantelli (Mailänder Scala), bis dann vor allem die Aufnahme unter Karl Böhm mit Elisabeth Schwarzkopf von 1962 für Furore sorgte. Allerdings hat diese Aufnahme auch ihre Wermutstropfen, weil der intellektuelle Hintergrund - ausgehend von Zynismus des Strippenziehers Don Alfonso - keinen Ausduck findet. Es wird mit Wienerischer Musizierfreude munter gespielt und das Komödiantische leichtfüßig und vordergründig herausgestellt (bei durchaus hohem sängerischen Niveau), wie dies wahrscheinlich naive Gemüter besonders schätzen.

Im Jahr 1967 ist dann vorliegende Aufnahme unter Erich Leinsdorf entstanden mit einem ganz ausgezeichneten Ensemble. Puristische Anhänger der historischen Aufführungspraxis werden auf andere Interpretationen zurückgreifen müssen, mit der Arnold Östmann im Jahr 1984 begonnen hatte, gefolgt von Harnoncourt, Gardiner, Kuijken oder Mackeras. Obwohl ich im Allgemeinen ein großer Freund der Kunst von Gardiner bin, muss ich von seiner Einspielung abraten. Seine Interpretation ist von einer Steifheit, die fast schon ins Statische geht, und die sängerischen Leistungen bieten keine wirklichen Höhepunkte.

Erich Leinsdorf war ein vorzüglicher Dirigent an der Met. Durch viele erfolgreiche Aufführungen mit weitgespanntem Repertoire erwarb er sich einen ausgezeichneten Ruf, der durch vorliegende Interpretation als vollauf bestätigt angesehen werden kann. Und auch das ganze Ensemble interpretiert hervorragend, angefangen mit Leontyne Price, von der Rudolf Bing in seinen Erinnerungen unter dem Buchtitel "Gala-Abend" sagte, dass sie eine ganz außerordentliche Sängerin sei, die in keine Kategorie einzuordnen wäre, sie sei ein warmherziger und hilfsbereiter Mensch, und er wäre stolz darauf, sie seine Freundin nennen zu können. Auch alle anderen Mitwirkenden (Tatiana Troyanos, Judith Raskin, Ezio Flagello, Sherill Milnes und George Shirley) glänzen mit ausgezeichneten Leistungen und überzeugender Spiellaune. Summarisch kann in dieser unterhaltsamen Komödie von einem Fest schöner Stimmen gesprochen werden.

Wir haben es hier samt und sonders mit Weltstars auf dem Gipfel ihres Könnens zu tun. Nur beispielsweise sei hervorgehoben, dass der farbige Tenor (und Lehrer) George Shirley als Ferrando nicht nur den berühmten Mozarttenor und Stilisten Leopold Simoneau, sondern auch andere lyrische Tenöre aus dem Mozartrepertoire wie z.B. Luigi Alva auszustechen vermag. Shirley verfügt über eine ebenso kraftvolle, wie leidenschaftlich und leuchtend schön geführte Stimme, die auch das morbidezzo problemlos beherrscht Der Bass Ezio Flagello war z.B. von 1957 bis 1984, also fast dreißig Jahre lang, an der Met tätig, von den anderen Protagonisten gar nicht erst zu reden.Eine Gewichtung untereinander wäre reine Nörgelei, die ich gern anderen überlasse.

Aus welchem Fundus dabei geschöpft wird, erscheint mir dabei gelegentlich rätselhaft. Wenn z.B. gönnerhaft bescheinigt wird, Leontyne Price habe "vokal kaum Probleme" und sie bewältige die "dramatischen" Anforderungen der Partie insgesamt gut, aber es fehle die Durchdringung der Rolle usw., muss ich mich fragen, wovon bei dieser komödiantischen opera buffo Mozarts überhaupt gesprochen wird, denn es geht es nicht etwa um die Oper Otello von Verdi. Zwar handelt es sich um ein böses Spiel mit den Gefühlen zweier Liebespaare mit psychologischen Feinheiten, aber das große Drama findet nicht statt.

Das gesamte Ensemble ist der Konkurrenz mehr als nur ebenbürtig, und zwar heute wie damals. Das Rondo im zweiten Akt (Szene VII) 'Per pieta, ben mio, perdona all'error d'un'alma amante' verdient besondere Beachtung, weil hier Leontyne Price die Arie mit aufregend schönen Koloraturen abschließt. Diese finalen Koloraturen haben geradezu eruptive Wirkungen, die atemberaubend und ohne konkurrierendes Beispiel sind. Kurz darauf glänzt Tatiana Troyanos mit 'E amore un ladroncello'. Und so reiht sich von Anfang bis zum Ende ein Höhepunkt an den anderen. Die Finalszenen mit ihrem versöhnlichen Inhalt setzen einen geradezu überwältigenden Schlusspunkt.

Auch klangtechnisch lässt die Aufnahme keine Wünsche offen. Am wichtigsten aber ist die Tatsache zu verzeichnen, dass die Stimmen der Protagonisten ausnahmslos mit ausgezeichneter Präsenz abgebildet sind. Vielleicht entspricht die Aufnahme nicht ganz den ästhetischen Vorstellungen vom "Wienerischen" im Sinn romantisch verklärter Gefühlsseligkeiten früherer Jahre, aber das ist gerade ein Pluspunkt dieser Aufnahme. Wer unvoreingenommen eine klangvolle Aufnahme mit herrlichen Stimmen in prächtiger Spiellaune haben will, bei der auf abgedroschenes Klischee verzichtet wird, ist mit dieser Aufnahme am besten bedient. Er kauft eine Spitzenaufnahme, bei der es sich nach meiner Überzeugung sowieso um die Referenzaufnahme handelt. Auf jeden Fall bereitet diese Einspielung große Freude
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am 13. Januar 2011
Nein, man muss diese Aufnahme nicht kennen. Aber es ist doch schön, dass sie (wieder) verfügbar ist. Zu den Spitzenproduktionen des Werkes hat sie nie gezählt, da wären Karajan, Böhm ('62) und auch Solti ('94) zu nennen. Leontyne Price als Fiordiligi ist sicherlich keine schlechte Wahl. Aber ich finde sie als Mozartinterpretin nicht unbedingt eindrucksvoll. Sicher hat sie vokal kaum Probleme, ihre Höhe ist glänzend und sie bewältigt die dramatischen Anforderungen der Partie insgesamt gut. Aber es fehlt die Durchdringung der Rolle, des Charakters der Partie. Hier sind ihr Schwarzkopf und Fleming haushoch überlegen.
Die übrige Besetzung (Troyanos, Milnes, Raskin, Flagello) und auch das Dirigat Leinsdorfs sind eher durchschnittlich. Wundervoll finde ich einzig das Duett Fiordiligi-Ferrando im zweiten Akt. Die Stimmfarben von Price und George Shirley ergänzen sich optimal, allein dafür lohnt die Anschaffung der Aufnahme.
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