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Così fan tutte
 
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Così fan tutte [Gebundene Ausgabe]

Alan Bennett
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (28 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Fiordiligi, britisch Alan Bennetts Roman «Così fan tutte» Ein kleines Experiment in Sachen «Kunst und Leben», eine überschaubare Versuchsanordnung, um zu klären, was das «Schöne & Wahre & Gute» selbst dann anrichtet, wenn es eher unempfänglichen Menschen zustösst – darum geht es in Alan Bennetts Geschichte «Così fan tutte», die man in kürzerer Zeit liest, als eine Aufführung von Mozarts komischer Oper beansprucht. Mr. und Mrs. Ransome, die Versuchskaninchen des britischen Satirikers, wohnen zunächst im Covent Garden – in einer Sitzreihe direkt hinter dem Innenminister – einer Aufführung von Mozarts «Così» bei und finden anschliessend ihre Wohnung vollständig ausgeräumt vor. Es ist buchstäblich nichts zurückgeblieben, keine Klobürste, kein Teebeutel, keine Stereoanlage und auch nicht die Sammlung von «Così»-Aufnahmen, an denen sich Mr. Ransome Abend für Abend berauscht, ohne doch allzu viel damit anfangen zu können. Eigentlich verstehen beide nicht, worum es in dem Stück geht – und dementsprechend leise, wie ein ferner Widerhall, sucht sich die Frivolität von da Ponte und Mozart einen Zugang zum Leben dieses kinderlosen und in Gewohnheiten erstickten Ehepaares. Das beginnt mit der Art, wie die beiden mit dieser Unannehmlichkeit umgehen. Er, als Gentleman auf verlorenem Posten, korrigiert als Erstes den schlampigen Sprachgebrauch seiner Gattin, die das Ganze als einen «Überfall» bezeichnet. Sie hingegen arrangiert sich zaghaft mit der Aussicht auf ein «abgespecktes Leben», ohne all die Dinge, die seit Jahren herumgestanden haben, damit man Gäste bewirten konnte, die doch nie gekommen sind. Sie kauft nun beim Koreaner um die Ecke, stellt im Drogeriemarkt fest, dass es mittlerweile Besseres als die von ihr verwendeten Damenbinden gibt, und lernt von den Nachmittags-Talkshows im Fernsehen, dass man Gefühle benennen kann – auch wenn das dort für ihren Geschmack etwas zu derb betrieben wird. Sie entdeckt also die Welt, wenn auch aus einer etwas verqueren Perspektive, während ihr Gatte bloss die Haltung bewahrt. Sie wird ein wenig neugieriger, fühlt sich sogar eher «verblüfft» als geschädigt und wird dafür umgehend von der betreuenden Sozialarbeiterin als verdrängende Klientin eingestuft. Wer spricht wie über was – und was verrät die Person dabei über sich? Das ist die eine Facette des Spiels, das Alan Bennett betreibt – und damit bereitet er den Boden für die eigentliche Pointe: Als nämlich die Ransomes ihre gesamte Habe unter obskuren Umständen zurückerhalten und wieder «normal» leben können, da tritt auch immer deutlicher das Thema der komischen Oper heraus – Vertrauen, Treue und Untreue –, wenn auch in einer eigentlich nur unbewussten Abkehr Mrs. Ransomes von ihrem eher erstarrten als in sich ruhenden Gatten. Still und leise führt der Autor die Dame zu der Einsicht, dass sie ihr Leben bis dahin in Parenthese verbracht habe, und genauso still und leise räumt er diese Klammern beiseite. Das ergibt, alles in allem, eine amüsante Fingerübung in Sachen Ironie, gespickt mit vielen Bissigkeiten – und lässt allenfalls hier und da den Wunsch nach einer etwas eleganteren Übersetzung aufkommen.

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.07.2003
Prächtig amüsiert hat sich Alexandra Kedves bei Alan Bennetts neu übersetzter Erzählung, in der sich ein Ehepaar "mittleren Alters, mittlerer Schicht und größerer Weltfremdheit" plötzlich einer größeren Herausforderung ausgesetzt sieht: Die Ransomes - er Anwalt, sie Hausfrau - müssen ihr Leben neu einrichten, da ihnen während eines Opernbesuchs die gesamte Habe aus dem Haus gestohlen wurde. In einer "charmanten Opera Buffa" entwickele Bennett die Geschichte vom Einbruch in eine Geschichte vom Ausbruch. Mrs. Ransome kommt dank Talkshows zu sich selbst, Mr. Ransome unter die Erde. Als "großen Könner des komischen Ernstes" preist Rezensentin Kedves Bennett an, sein Genrebild als "virtuos und witzig, satirisch und sanft". "Es ist eine fernsehtaugliche Posse und Parodie samt Empathie für die unfreiwilligen Hanswürste", schwärmt Kedves, und nicht zuletzt "eine gut erzählte Geschichte".

© Perlentaucher Medien GmbH
Buchnotiz zu : Neue Zürcher Zeitung, 10.07.2003
Michael Schmitt zeigt sich von dieser Geschichte um ein englisches Ehepaar, deren Wohnung vollkommen ausgeraubt wird, während sie einer Aufführung von Mozarts "Cosi fan tutte" beiwohnen, ziemlich angetan. Durch den Verlust aller ihrer Habe, tritt die Frau aus ihrer Erstarrung der letzten Jahre heraus, während der Mann "bloß die Haltung bewahrt", fasst der Rezensent zusammen. Ihm gefällt, wie sich in dem Buch das Thema der Mozartoper im Leben des Ehepaares immer klarer abbildet. Als "amüsante Fingerübung in Sachen Ironie" lobt er das Buch und er freut sich auch an den "Bissigkeiten", die der britische Autor eingestreut hat. Nur mit der Übersetzung hadert Schmitt ein bisschen, hier hätte er sich manches "etwas eleganter" gewünscht.

© Perlentaucher Medien GmbH

Pressestimmen

»Così fan tutte ist ein fein und ironisch erzähltes Buch, eine kluge und unterhaltende Lektüre von knapp 100 Seiten, aufmunternd zwischendurch zu lesen, wenn das Leben gerade mal wieder unerträglich ist.« (Elke Heidenreich, Westdeutscher Rundfunk)

»Mit prägnanter Ironie seziert der Autor das moralische Selbstverständnis der britischen Bürger und porträtiert mit besonderer Liebe die kleinen Leute . Der Beobachter Bennett brilliert und ergötzt die Leser mit einer verblüffenden Lösung der rätselhaften Vorgänge.« (Eva Pfister, Lesart)

Die Bücher von Alan Bennett machen einen herrlich zart . (Deutschland Funk)

Kurzbeschreibung

Mit knochentrockenem britischen Humor erzählt Bennett die Geschichte eines englischen Middleclass-Ehepaars, das vom Opernbesuch nach Hause kommt und seine Wohnung vollkommen leer vorfindet. Mit dem Verlust der Einrichtung aus zweiunddreißig Ehejahren tun sich ungeahnte Möglichkeiten auf ... Mozart spielte in ihrer Ehe eine wichtige Rolle. Sie hatten keine Kinder, und ohne Mozart hätten sie sich wahrscheinlich schon vor Jahren getrennt. An jenem Abend waren die Ransomes in Cos fan tutte, und als sie nach Hause kommen, ist ihre Wohnung komplett ausgeräumt. Auf der Suche nach dem Nötigsten für den Alltag - Tassen, Teebeutel, Spülmittel, Sieb und eine ochsenblutfarbene Schuhcreme für ihren Mann - gerät Mrs. Ransome in Läden und Gegenden, die sie vorher nie aufgesucht hätte. Eine merkwürdige Abenteuerlust und Lebensfreude bemächtigt sich ihrer, und am Ende ist für die Ransomes nichts mehr so, wie es einmal war. Auch als Hörbuch, gelesen von Uwe Friedrichsen.

Über den Autor

Alan Bennett, 1934 in Leeds geboren, hat in Oxford studiert und kurzzeitig auch unterrichtet. Anfang der 1960er Jahre trat er beim Edinburgh Festival auf; seitdem arbeitet er als Autor, Schauspieler und Regisseur für Theater, Radio, Film und Fernsehen.
In Großbritannien gilt er als einer der führenden Bühnen- und Drehbuchautoren, die von ihm geschriebenen TV-Serien, in einigen wirkte er auch selbst mit, mit ihren spitzzüngigen Dialogen haben längst Kult-Status erreicht. Er erhielt zahlreiche Preise und Ehrungen, u.a. für das Theaterstück und den darauf basierenden Film "The Madness of King George" (deutscher Titel: King George: Ein Königreich für mehr Verstand), für dessen Drehbuch er 1995 für den Oscar nominiert war. Bennetts wenige Erzählungen und seine Erinnerungen waren BestsellerBrigitte Heinrich, die Herausgeberin, 1957 am Bodensee geboren, lebt nach Verlagstätigkeit in etlichen Städten und Häusern als Übersetzerin, Herausgeberin und Lektorin in Frankfurt am Main.
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