Der Comic selbst ist eine typische Corto-Maltese-Geschichte. Sehr langsam, sehr gemächlich, ruhig und still. Ideale Lektüre für den Sommer auf Balkonien, wenn man selbst in dieser Stimmung ist.
Die Zeichnungen sind brilliant. Hier findet man kaum klare Linien wie bspw. bei Hergé, sondern die Tusche macht hier überall und ständig kleine Ecken und Kanten, Schnörkel und dunkle Bereiche, was einen ganz eigenen Stil erzeugt und meiner Meinung nach sehr zur Atmosphäre beiträgt. Das Beste ist aber die Kolorierung - eine sehr an pastelltönen orientierte Palette sorgt dafür, dass die gesamte Geschichte in ein für die beschriebene Verortung des Comics typische Diesigkeit taucht - sehr atmosphärisch.
Vom Guten zum Schlechten - der Comic würde 4 Sterne bekommen, wenn die Übersetzung, wie bei allen Corto-Maltese-Comics, von Hedda Siebel nicht so unterirdisch schlecht wäre. Comic-Übersetzungen glänzen zwar selten durch Sprachkunst, aber das hier, tut mir leid, ist unterste Schublade, und versaut einem die ganze Freude an dem Comic. Also, wer des französischen mächtig genug ist, sollte auf die Originalausgabe zurückgreifen - die ist 4 Sterne.