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Corpus Sacrum: Der Limes-Roman
 
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Corpus Sacrum: Der Limes-Roman [Gebundene Ausgabe]

Andreas Möhn
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 531 Seiten
  • Verlag: Societäts-Verlag; Auflage: 1., Aufl. (2. Oktober 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3797310056
  • ISBN-13: 978-3797310057
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,4 x 4,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 218.723 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Germania, 140 A. D.: Die junge Sklavin Charis muss zu ihrem Leidwesen nach Aquae Mattiacorum, dem heutigen Wiesbaden umziehen - ein wildes Grenzland zwischen Rhein und Limes. Es ist eine Zeit des Abstiegs. Barbarische Einwanderer dringen von den Rändern in das Imperium ein, in Roms Gesellschaft breitet sich Bildungslosigkeit, Intoleranz, Aberglaube und religiöser Fundamentalismus aus. Besonders gefährlich ist das Corpus Sacrum, die Sekte der orientalischen Göttin Deum Mater, die mitten im Römischen Reich ihren Gottesstaat zu errichten trachtet. Auch Charis gerät in den Bann dieser Sekte - und zwischen die Fronten eines Konflikts, der Germania an die Grenzen eines grausamen Krieges führen kann. Andreas Möhns Roman ist die fesselnde Darstellung einer gewaltsamen Zeit. Römer und Germanen kämpfen um die zukünftige Ordnung Europas - und die junge Sklavin Charis um ihre Liebe.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eins vorab: ich fand dieses Buch enttäuschend und kann mir vorstellen, dass es leider dazu beiträgt, dass Rezensenten angesehener Medien das Thema "Historischer Roman" meiden.
Es erzählt die Geschichte der Sklavin Charis. Nachdem ihr Herr von Räubern erschlagen wurde, erbt sie ihr neuer Besitzer Saturnius. Ihm folgt sie nach Norden, nach Aquae Mattiacorum (Wiesbaden) Dort will die Heilssekte des 'Corpus Sacrum', der Saturnius anhängt, das Zentrum ihres Kultes errichten. Charis verliebt sich in Demetrius, einen germanischen Sklaven. Sein Herr Restitutus, Curator des Sironatempels, misstraut der neuen Sekte und stellt sich öffentlich gegen sie. Doch die Macht der Sekte wächst, bis bei ihrer geplanten Machtergreifung Rufianus, der Kommandant der in Mainz stationierten 22.Legion, dem ganzen Spuk ein blutiges und feuriges Ende bereitet.
Na ja - nur was hat das mit dem Limes zu tun? Null komma nix, außer einer gewissen geografischen Nähe. Das ist auch kein Wunder, denn zur Zeit der Handlung (140 n.Chr.) war am Limes, im Gegensatz z.B. zur Zeit ab 212 n. Chr., einfach tote Hose. Auch das militärische Leben an der Grenze oder im freien Germanien spielt keine Rolle. So könnte sich die pompös-schwülstige Handlung in jeder beliebigen Stadt dahinschleppen.
Die Sprache haut den stärksten Antikenfan aus den Sandalen: 'Da wandte er sich brüsk und schritt von dannen, die Straße nach Nida zu. Widerstrebend folgten die Barbaren ihm, denn wahrhaft gerne hätten sie wohl den Befehl bekommen, den Frechling nieder zu strecken. Ein Blitz flutete kaltes weißes Licht herab.'Oh Gott, so hat man vielleicht um 1880 deklamiert! Ein Stück weiter ruft Demetrius, der versklavte Nordmann:'Dies Wetter, das da aufzieht, ist wohl nicht geeignet, weiter ohne bergendes Dach zu weilen.' Und von Charis wird berichtet: 'Da hüpfte ihr Herz, als sie diese Stimme hörte! Mörser und Schürze ließ sie fallen, stürzte in ihr Gemach, streifte eilig ein frisches Untergewand über und eine saubere Palla, die Kette aus Sucinum und ein Kopftuch zum Schutz gegen die Sonne. Dann rannte sie hinaus mit Bangen, ob er nicht schon aufgegeben habe und wieder abgefahren sei: Der Nordmann nämlich, der mit einem Karren vor der Toreinfahrt stand.' Die Heilssekte selbst, das Corpus Sacrum, wirkt statt bedrohlich eher lächerlich, eine Mischung aus Mithraskult, Sonnentemplersekte und Mainzer Karnevalszug.
Ich bin ja nur Geschichtsstudentin und keine Literaturkritikerin. Aber meinem Gefühl nach strotzt das Buch vor schiefer Sprachbilder. Der schurkische Markomanne betritt 'die Gasse mit schwingenden Schenkeln', von einer 'windschlüpfrigen Holzhütte' ist die Rede, zuletzt kommt es gar so weit, dass 'Schwälle entfackelter Hitze durch die Empfangshalle röhren' und es 'nach schwelendem Fleisch' riecht. Dass der Text mit lateinischen Wörtern sowie Zitaten gespickt ist, (die sofort übersetzt werden), fördert keine antike Atmo sondern erschwert nur den Lesefluss. Auch die lateinisch-griechischen Texte vor jedem Kapitel, deren Bezug zur Handlung meist rätselhaft bleibt, bringens nicht. Wenn dann noch ein Aureus als 'Scheidemünze' bezeichnet wird und von Rohrstöcken sowie Kartoffelsäcken die Rede ist, weiß ich wirklich nicht mehr, ob ich lachen oder weinen soll.
Zwei Sterne kriegt der Autor Möhn für die sorgfältige Ausstattung mit Karten, Zeittabelle, Begriffserläuterungen und einem Nachwort. Darin werden die in die Handlung hinein gezwungenen Verbindungen zwischen bronzenen Dodekaedern, Haarfärbe-Seifenkugeln, der Antikythera-Maschine und der Bagdad-Batterie wenigstens etwas erläutert.
Schade, das Buch trägt den dreisten Untertitel 'Der Limes Roman', aber das Limes-Thema wurde voll verschenkt. Wahrscheinlich hat sich der Autor einfach von dem Bezug auf das frischgebackene Welt-Kulturerbe verkaufsfördernde Publizität erhofft. Da sollte Möhn mal lieber mein Lieblingsbuch 'Der Abend des Adlers' in die Hand nehmen!!!!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von callisto TOP 500 REZENSENT
Aqua Mattiacorum (Wiesbanden) 140 A. D.
Eine Zeit des Umbruchs. Vier Jahre zuvor wurde der Aufstand der Iudäer blutig niedergeschlagen und der Limes wird langsam aber sicher von barbarischen Einwanderern überrannt. "lass einen einzigen Germanen nur herein [...] seine Kinder werden einen Hof füllen, seine Kindeskinder ein Dorf, seine Urenkel einen Landkreis. (S. 278 )" Der Bildungsnotstand, Aberglaube und religiöser Fanatismus greifen immer mehr um sich.
Genau zu dieser Zeit muss die Sklavin Charis nach dem Tode ihres Herren mit ihrer neuen Besitzerin aus dem warmen Emona (Ljubljana) an den kalten Rhein umziehen. Gleich hinter dem Holzzaun des Limes beginnt das Land der Barbaren, das wilde Germanien und Charis ist bei dem Gedanken nicht ganz wohl in ihrer Haut.
Auch eine gefährliche Sekte namens "Corpus Sacrum" hat sich auf den langen Weg an den Rand der zivilisierten römischen Welt gemacht und versucht in Aqua Mattiacorum einen Gottesstaat zu errichten. Die Priester der "Deum Mater" des "Corpus Sacrum" versuchen mit wissenschaftlichen Tricks, Scharlatanerie und Gewalt die ungebildeteren Menschen dieser Randzone des römischen Reiches, ihrer Macht zu unterwerfen.
Die Gelegenheit und der perfekte Vorwand für den Befehlshaber der römischen Legionen in Mogontiacum (Mainz) und Aqua Mattiacorum endlich einmal richtig aufzuräumen.
Zwischen diesen Fronten steht Caius Restitutus, Gelehrter und Priester der Mondgöttin. Er soll als Opferherr des Drusus verhindern, dass es zur Katastrophe kommt, dabei ist er eher schüchtern und möchte sie lieber seinen Studien widmen.

Die Sekte des "Corpus Sacrum" ist zwar fiktiv, aber damals gab es tatsächlich ein aufflammen der östlichen Mysterienkulte, zu denen nicht zuletzt auch das Christentum gehört. Alle diese Religionen verkündeten das baldige Ende der Welt und versuchten auf ihre art Anhänger an sich zu binden.
Der Autor benutzt die Geschichte um das "Corpus Sacrum" als Vehikel aktueller Sozial und Religionskritik. Religionen und Kulte, die versuchen die Menschen zu verdummen und auszunehmen und sich dabei jedoch selber der neuesten Wissenschaft bedienen sind auch heute noch an der Tagesordnung. Die Praktiken des Corpus Sacrum erinnern mich da stark an moderne Sekten, die sich ähnlicher Methoden bedienen und auch die Familien der Anhönger teilweise mit Gewalt und Kontrolle gefügig machen, zwangsrekrutiert und Aussteiger ermordet und bedrohen.
Viele Gegebenheiten, die einem in diesem Buch begegnen ereignen sich in ähnlicher Form gerade wieder. Das Militäraufgebot beim Drususfest erinnert an gewisses präventive Handlungen nach dem 11. September. Angst vor Anschlägen und extremen Religionsgemeinschaften gipfelt in Militärpräsenz und Präventivschlägen.
Der Titel "Limesroman" ist ein wenig irreführend. Die Handlung spielt zwar am Limes, doch hat dieser keine tiefere Bedeutung für die Geschichte. Besser wäre "Roman des antiken Wiesbanden", oder etwas ähnliches, gewesen

Das Konzept der Geschichte und die Geschichte selbst sind spannend. Die Figuren gut gezeichnet.
Die Sprache jedoch gehört gestrafft. Diese teilweise extrem geschwollene Redeweise, die an (schlechte) lateinische Übersetzungen erinnert, wird verhindern, dass das Buch ein breites Publikum erreicht. Guter Stil bedeutet heutzutage nun einmal eine klare (nicht zu verwechseln mit einfacher) Ausrucksform, die hinter die Geschichte zurücktritt. Die Sprache soll die Geschichte transportieren und sie nicht stören und behindern, wie das hier teilweise leider der Fall war.

Das Buch ist ausgestattet mit einem sehr umfangreichen Glossar der Figuren, Orte und lateinischen Ausdrücke. Des weiteren einer Zeittafel und einer Chronologie der Ereignisse des Buches. Drei Karten zur Orientierung runden das Ganze ab.

Die Geschichte bekommt von mir eigentlich ***** aber es gibt Abzüge wegen der Sprache.
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7 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Stellungnahme des Autors 20. Januar 2008
Mittlerweile bewegt sich die Diskussion in so abstrusen Gefilden, dass ihr mir als Autor des Buches vielleicht auch ein paar Zeilen dazu gestattet:

Zunächst bin ich anders, als Leser Frankypistor kein Sachbuchautor, der eben mal einen Roman schreiben wollte. Mit dem Sachbuch wurde ich von meinem Verlag erst beauftragt, als der Roman bereits im Lektorat war. Tatsächlich komme ich ursprünglich aus der Science Fiction-Szene: Alte Perry Rhodan-Leser werden sich sicher noch an meinen Namen erinnern.

Sprache: Für die altertümelnde Sprache, die Leserin Julia Romana so missfällt, gibt es eine ganz einfache Begründung. Der Roman enthält eine Reihe von Passagen, die aus antiken Originalquellen stammen, z. B. Plinius, Empedokles, Lukrez, aber nicht als Zitate gekennzeichnet sind. Wegen des Urheberrechts musste ich dabei auf Übersetzungen aus dem 19. Jh. zurückgreifen, wenn ich nicht alles selbst neu übersetzen wollte, und dann muss ja auch der übrige Text zumindest oberflächlich irgendwie dazu passen. Wie ich aber auf meinen Lesungen und Vorträgen immer wieder feststelle, kommt diese Schreibe bei etwas älteren Zuhörern schon sehr gut an. So schwer, wie ihr tut, ist es im Übrigen auch wieder nicht: Einer meiner Testleser war eine ex-Jugoslawin, die Deutsch erst als Erwachsene gelernt hat, und sie hat alles problemlos verstanden. Interessant wird es aber nun wirklich, wenn Leser Frankypistor die Auftritte der Sekte Corpus Sacrum als 'noch bedeutend peinlicher' bezeichnet, denn gerade diese Abschnitte habe ich originalgetreu aus alten religiösen Texten abgeschrieben und nur den Namen der angesprochenen Gottheit ausgetauscht. Chaeremons Monolog in Kap. 3 beispielsweise ist wortwörtlich einem gnostischen Hymnus an Jesus Christus entnommen. Wenn Leser Frankypistor also so etwas in meinem Buch findet, dann ist es peinlich, steht der gleiche Text aber in der Bibliothek von Nag Hammadi, dann ist es Weltliteratur. Was soll der arme Autor daraus noch machen...?

Zum 'Limes-Roman': Zunächst war der Untertitel ein Wunsch des Verlags und nicht meiner. Natürlich ist das Motiv des Buchs universell und nicht an die Region gebunden. Was euch in Tübingen und anderswo aber natürlich entgehen musste, sind die diversen Anspielungen auf Zeitgenossen, Lokalgeschichte und Kommunalpolitik im Rhein-Main-Gebiet, die im Buch vorkommen und die meine Leser aus der Region verstehen (den Knoblauchprediger in dem Kastell beispielsweise gab es wirklich!). Insofern ist das 'Corpus sacrum' also doch wieder ein Limes-Roman.

Die Zitate an den Kapitelanfängen haben natürlich immer ihre Bedeutung, im Gegensatz zu dem, was Leserin Julia Romana meint: Meistens werden sie auch im Kapitel selbst noch einmal wiederholt und kommentiert. Dass die lateinischen Sentenzen im Text immer gleich mit übersetzt werden, war jedoch eine Forderung des Verlags, der keine Fußnoten wollte.

Zuletzt der unselige Kartoffelsack: Den haben wir alle bei der Fahnenkorrektur übersehen! Natürlich weiß ich auch, dass die Römer keine Kartoffeln kannten, und deshalb stand in meinem Manuskript 'ein Sack Karrotten' (ja, mit zwei 'r' ). Aber beim mehrmaligen Konvertieren und Reinspielen der Dateiformate zwischen PC und Druckmaschine scheint ein Rechtschreibprüfprogramm verrückt gespielt zu haben: Das war bei weitem nicht der einzige Fehler, der sich in den Fahnen fand ' und auch nicht der einzige, der ins fertige Buch überlebte -, aber spätestens nach dem sechsten Korrekturlauf liest man leider nur noch das, was man erwartet, und nicht mehr das, was auf dem Papier steht.

Ich hoffe, dass das einige Punkte klargestellt hat, und werde mich nun wieder aus der Diskussion zurückziehen.

Andreas Möhn

P.S.: Ich wollte oben eigentlich um der Fairness willen kein Sternchen angeben, aber der Amazon-Server besteht darauf. :-(
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