In dem Buch wird ein Mann der Vergewaltigung und des Mordes an einer Frau angeklagt. Einziges Beweisstück ist eine Spermaprobe, die beim Opfer gefunden wurde. Die DNA-Analyse ergibt, es ist die des Angeklagten - er wird verurteilt. In einem erneuten Prozess dann die Pointe (die ich jetzt hier leider vorwegnehmen muss): Der Verurteilte hatte als Kind Leukämie und erhielt eine allogene Stammzelltransplantation (also eine Stammzellspende von einem Fremdspender). Folgerung im Buch also: Da man durch die Stammzellspende die Blutgruppe, das Immunsystem und (oha!) die DNA des Spenders übernimmt, könne als Täter auch der Stammzellspender in Betracht gezogen werden.
Der Fehler daran:
Der Empfänger übernimmt nach einer Stammzelltransplantation (logischerweise) tatsächlich Blutgruppe und Immunsystem des Spenders. Es ist jedoch vollkommen unmöglich, die DNA seines Spenders zu übernehmen. Man kann eventuell Stammzellen des Spenders neben der DNA des Empfängers in einer Gewebeprobe feststellen - das wäre jedoch auffällig und könnte sehr leicht aufgeklärt werden.
Dass man also eine Person aufgrund einer Gewebeprobe zu Unrecht verurteilen könnte, weil diese sich durch eine Stammzellspende verändert hat, ist nicht nur Blödsinn, sondern auch eine wirklich fatale Darstellung. Stammzellspenden können Leben retten! Die Darstellung in diesem Buch suggeriert hingegen, dass sie schwerwiegende Nachteile für Spender und Empfänger mit sich bringen können. Mit ein wenig Recherche hätte man einen solchen Fehler vermeiden können und müssen.