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Corpus Christi
 
 
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Corpus Christi [Gebundene Ausgabe]

Patrick Roth
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 179 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp; Auflage: 2. A. (1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 351840749X
  • ISBN-13: 978-3518407493
  • Größe und/oder Gewicht: 20 x 12,2 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 940.890 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Patrick Roth
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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Patrick Roth, geboren 1953 in Freiburg, lebt als freier Autor und Regisseur in Los Angeles. 1992 wurde er mit dem Rauriser Literaturpreis ausgezeichnet, 1997 mit dem Preis der Stiftung Bibel und Kultur und 2002 mit dem d.lit.-Preis; im gleichen Jahr hielt Roth die Frankfurter Poetikvorlesungen.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Dieser Roman ist der dritte Teil einer Christus-Trilogie: Corpus Christi. Bereits im 1. Teil der Trilogie, "Riverside", wird polemisch zwei Pilgern die Allianz von Schrift und Unglaube an den Kopf geworfen. Sie reisen im Auftrag von "Thomas", suchen nach Material für ein Buch über das Leben Jesu. In einer Kalksteinhöhle treffen sie auf Diastasimos, der Jesus am eigenen Leib erfahren haben soll. Der Interviewte verließ Dorf und Familie, als er bei der mogendlichen Waschung seinen Hautaussatz bemerkte. Als er später beobachtet, wie Judas Jesus vor den Augen eines Römers auspeitscht, um ihn zu retten, damit die Römer glauben, sie haben einen Knecht vor sich und nicht Jesus, nach dem gefahndet wird, bemerkt Diastasimos an Jesus den gleichen Aussatz. Und der Interviewte ward geheilt! In Corpus Christi wird ein poetisches Verwirrspiel um die "Auferstehung Jesu" erzählt. Eine Frau, Tirzia, wurde im leeren Grab angetroffen, und während sie gefoltert wird, imaginiert der Autor einen Wechseldialog zwischen Tirzia und Thomas. Doch statt mit des Rätsels Lösung - ist er nun verwest oder auferstanden? - werden Thomas' Fragen mit immer neuen Geschichten beantwortet. Roth schreibt meisterhaft kalkulierte "Fiction", die die christliche Botschaft ins Visier nimmt, aber bis in die wörtliche Rede hinein zu nachdrücklich auf die affirmative Verfremdung lutheranischer Syntax setzt, als daß es "echt" wirkt. Doch ein gewichtiger Einwand liegt schwer auf der schreibenden Hand: Keine Schrift kommt dicht genug an Jesus Christus heran. Und eben dies Phänomen läßt noch das Gekünstelte wahrhaftig erscheinen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
In diesem dritten Teil der "Christus-Trilogie" stellt Patrick Roth das große Problem des "ungläubigen Thomas" dar, nämlich an die Ewigkeit des Lebens über das Verenden des Körpers hinaus zu glauben.
Dieser Thomas (Sinnbild für den verlorenen Sohn und also für den heilsbedürftigen Menschen) wird hier namentlich als "Judas Thomas" und zudem als "Didymos" vorgestellt, was auf eine doppelte Zwillingsverbundenheit verweist, nämlich erstens auf die mit dem Namenszwilling, dem "Judas aus Kerioth" (so deutet Roth den Namen 'Judas Iskarioth') und zweitens auf die mit einem leiblichen Zwilling, der vermeintlich bei der Geburt starb, jedoch von Jemanden gefunden und aufgezogen wurde, der ihn Boas nannte. Thomas ist nach der Kreuzigung Jesu auf der Suche nach dessen Leichnam, dem vermeintlichen Corpus Christi, wie ja auch heute noch zumeist geglaubt wird, obwohl der Christus kein Körper und unsterblich ist. Der Leichnam Jesu, den sie eigentlich meinen und den Thomas sucht, wurde von Unbekannten aus dem Grabe entführt und versteckt. Weil Thomas aber seinen als Herrn erachteten "Meister" um Vergebung seiner Mutlosigkeit zu bitten begehrt, sich denen in den Weg zu stellen, die ihn kreuzigten, sucht er den Leichnam, um vor diesem also bittend niederzuknien. Er sieht sich als Verräter, weil er während der Frage, wer Jesus verraten werde ("Wer die Hand mit mir in die Schale taucht") beinahe gleichzeitig seine mit ihm eingetaucht hätte, wenn ihm nicht jener andere Judas zuvorgekommen wäre. Zugleich lastet auf Thomas der Glaube, er sei des Sterbens seines Zwillingsbruders schuldig, weil er während der Geburt ihn mit der Nabelschnur erdrosselt habe.
Dies ist also die Schuld, an die Thomas glaubt: Einen Körper getötet zu haben (seinen Bruder) oder der Tötung eines Körpers (nämlich Jesu) nicht abgeholfen zu haben.
Nach vielen Worten, Geschehnissen, Träumen und zerstückelten Gesprächen kämpft sich Thomas durch eine aufgebrachte Menschenmenge durch, die um einen von den Römern errichteten Scheiterhaufen versammelt ist, auf dem angeblich der gefundene Leichnam Jesu verbrannt werden solle. Der Haufen ist schon entzündet, die Flammen schlagen um sich, als Thomas den Holzberg mühsam erklettert und obenauf dem Leichnam das Tuch vom Antlitze nimmt. Er sieht: sich! Oder das Antlitz seines Zwillingsbruders. Oder ist der Christus ein Synonym für des Menschen Zwillingsbruder? "Im Körper Gottes sahen wir uns. Einander ohne Schuld. Und ich berührte seine Seite und küsste ihn, den ich gefunden. Der mir zuvorgekommen war und entgegen. Hier war mein Anfang: Denn der Dir nachzusterben suchte, war gestorben. Geboren war ich. Frei." (S.179).
Roths Anliegen ist die Auferstehung. Schön! Diese versucht er, im (Wieder)Erkennen des Nächsten darzustellen. Gut! Und so sind alle drei Novellen der Christus-Trilogie von verdeckten Bekanntschaften aus früherer Zeit durchzogen, die in nachmaliger Erinnerung offenbar werden und einen spirituellen Knoten lösen. Aber reicht dies zur Veranschaulichung des Erkennens der körperlosen Einsheit des Menschen aus? Diese erschriebenen Erinnerungen bleiben ja alle nur partiell, weil nur je auf einen bestimmten Einzelmenschen bezogen. Die Auferstehung des Menschen aus dem Grabe seiner körperglaubensgebundenen Vereinzelung wird nicht ohne die Erkenntnis seines Nächsten und dessen heiliger Unschuld geschehen, aber die Rothsche Darstellung wirkt mir übermäßig konstruiert und nicht genügend liebevoll fließend. Und die Manie des Thomas, den Leichnam Jesu zu suchen, um diesen um Vergebung zu bitten, finde ich stark überzogen und der Sache nicht dienlich, weil sie letztlich immer noch dem Körperglauben huldigt.
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