Ich war mächtig gespannt auf den Film, da ich ihn leider nicht im Kino sehen konnte (regionale Schwierigkeiten und Ärgernisse). So besorgte ich mir sofort die DVD nach Erscheinung und zog ihn mir auch am selben Tag rein.
Was soll ich noch sagen? Es hat sich gelohnt! Und noch besser wäre dieser Film wohl auf der Kinoleinwand rübergekommen. Denn fürs Auge hat er schon mal viel zu bieten: Düsteres (die Welt der Lebenden) wechselt sich ab mit Fröhlich-Buntem (die Welt der Toten), die Animationen sind ordentlich gemacht und die Figuren und Umgebung, in der die Puppen gestellt wurden, sind herrlich skurril und hübsch gestaltet. Wo man auch am deutlichsten die Handschrift Burtons erkennt.
Storymäßig scheint der Film gegenüber seines “Vorgängers”, “Nightmare Before Christmas” reifer geworden zu sein, aber hier hat der Film auch seine kleinen Schwächen: zuviel Gesinge nach meinem Geschmack (erinnert schon an vergangene Disney-Zeiten, wobei die Songs darüberhinaus nicht an NBC ranreichen), einige Unklarheiten im Detail und der Bösewicht ist arg eindimensional geraten (wobei er dagegen interessant aussieht, wie ein bekannter Komponist).
Noch kurz zur Musik: während Elfman den Score stimmungsvoll wie üblich komponierte, haben die Songs nicht die Qualität von “Nightmare before Christmas”. Doch was man sich auf jeden Fall anschauen und -hören sollte sind die Klavierszenen im Film. Einfach wunderschön und nahezu einmalig in der Trickfilmgeschichte.
Was die Stimmen angeht, kann man nicht meckern. Im Englisch brillieren einige Leute der “burtonischen” Stammbesetzung wie Christopher Lee, Johnny Depp und Helena-Bonham Carter, im Deutschen sprechen David Nathan (“Standard-Depp-Stimme”) und Melanie Pukass (sprach Bonham-Carter auch in “Big Fish” und “Wallace & Gromit”) die Hauptrollen. Die anderen Sprecher sind ebenso gut gewählt und frei von irgendwelchen Y-Prominenten, die man sich oft in anderen Trickfilmensynchros antun muss.
Die DVD enthält ein schönes, teilweise animiertes Menü (dafür immer mit Musik unterlegt) und einige interessante Extras, z.B. eine Art Splitscreen zwischen einer Filmszene und des jeweiligen Sprechers im Sprecherraum. Oder verschiedener Making Ofs, je nach Thema (Animation, Stimmen, Musik) und natürlich der Trailer zum Film (und zu “Charlie und die Schokoladenfabrik”). Das alles in einer schön-schillernden, farblich stimmungsvollen DVD-Hülle.
Ein lohnendes Animationsfeuerwerk für Freunde des Gothics, von Skeletten und selbstverständlich von Burtonfilmen, aber auch “Anfänger” werden an diesem Film ihren Spass haben.