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25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Von Meistern und ihren Werken, 15. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Corporate Language: Wie Sprache über Erfolg oder Misserfolg von Marken und Unternehmen entscheidet (Gebundene Ausgabe)
Hans-Peter Förster, auf dessen einer Schulter Armin Reins steht, schickte mir vor geraumer Zeit ein anlagenbeladenes Mail. In einem Ton, der die eigenen Theorien bezeichnenderweise überhaupt nicht berücksichtigt, befahl er mir Förster, das Wort "Corporate Wording" schleunigst von meiner Internetseite zu entfernen. Sonst... Und nun lese ich im Buch von Armin Reins, gleich unter "Dank", ebenso gewichtige Copyright-Hinweise. Geschützt sind die Begriffe "CL-Sprach-Stilgruppen", "CL-Sprachbank", "CL-Manual", "CL-Farbmethode", "CL-Sprachpositionierung", "CL-Sprachzwiebel", "CL-12-Schritte-Methode", "CL-Copy-Check". Für "Corporate Language" erhielt der die Besitzerrechte offenbar nicht. Lieber Kollege Reins, ich finde es unsäglich, wenn Handwerker ihre Arbeitsuntensilien mit juristischen Bannflüchen belegen. Die Minimalstrafe ist der Abzug eines Sterns. Copy hin - Right her, der Inhalt ist nicht neu. Aber neidvoll muss ich gestehen, dass Armin Reins ein Verpackungskünstler Christo'schen Ausmasses ist. Daher erkennt der staunende Leser plötzlich Strukturen, Formen und Gesetzmässigkeiten, die ihm vorher nicht bewusst waren. Zumindest nicht in dieser Klarheit. Und wo seine eigene Wortgewalt nicht ausreicht, verstärkt sie Reins durch Bilder, Beispiele, Farben und schöne Gestaltung. Toll gemacht. In der Schweiz gäbe das einen ADC-Würfel. Eine weitere Auszeichnung steht Armin Reins zudem für Verdienste um den Nachwuchs zu. Denn seine Warnungen vor lustiger und origineller Sprücheklopferei sind eindringlich und logisch abgefedert. Aber da Reins kein Anhänger der schwarzen Pädagogik ist, ermutigt er die Leser zur Nachahmung seiner Lehre, ohne sie leider genügend darauf hinzuweisen, wie wichtig das Üben ist. Aber das werden sie früh genug selber merken. Einem Autor die Höchstnote trotz bestem Inhalt, schönster Verpackung und schlagendster Beispielsammlung wegen läppischer Begriffsbesetzungen zu verweigern, hat den Ruch von Kleinkrämerei. Wäre es auch, würden mich Alpha-Tierchen mit grossem Sendungsbewusstsein nicht so nervös machen. Aber was Armin Reins an Selbstlob in sein Buch einfliessen liess, weicht schon beinahe die Druckerschwärze auf. Und so kommt ganz zum Schluss, was nach 388 Seiten nicht zu erwarten war: ein schlechter Text. Was unter der Headline "Über den Autor" folgt, widerspricht allem, was vorher gepredigt wurde. In der Sprache eines Beipackzettels erfährt der Leser, welch tollem Hecht er in den letzten Stunden zuhören durfte. Weil ich genau das nicht hören will und weil mich auch die neurowissenschaftlichen Ausflüge von Reins wenig überzeugten, bleibe ich bei meinen vier Sternen und damit bei der Kleinkrämerei. Mein Fazit: Eine Texterfibel, die ich allen gerne weiterempfehle, denen das Erlernen eines schönen Handwerks so wichtig ist, dass ihnen einige lästigen Makel des Lehrmeisters egal sind. Armin Reins gehört ohne Zweifel zu den Künstlern seines Fachs und kann sein Wissen auch in nachvollziehbarer Form weitergeben. Man muss Künstler nicht zwingend mögen, um ihre Werke zu bewundern.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
So unterhaltsam und substanziell wie Werbung, 2. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Corporate Language: Wie Sprache über Erfolg oder Misserfolg von Marken und Unternehmen entscheidet (Gebundene Ausgabe)
Das unterhaltsamste Buch zum Thema Marken-Sprache weit und breit. Ärgerlich bloß, dass es nicht hält, was der Titel verspricht: Sprache als verbale Ausprägung einer konsistenten CI ist hier ein ähnlich bestimmendes Thema wie Emanzipation in den Waschmittelspots mit Clementine (Leute in Herrn Reins Alter werden sich erinnern). Dass Sprache verkaufen kann, wird sehr kurzweilig geschildert. Aber eben auch kurzatmig, denn das Tempo und die Varianz mit dem der launige Reigen aus Kampagnenmotiven, Anekdoten und Theorieversatzstücken über die systematischen Lücken hinweghechelt gleicht in Modulationsfähigkeit und inhaltlicher Tragweite den Ansagen des Ringsprechers Michel Buffer. Der wird gleich eingangs des Buches als Rolemodelfür CL gefeiert. Was Wunder, ein besseres Beispiel, wie einträglich es sein kann, leeres Stroh zu dreschen, hätten selbst versiertere Werbetexter als Herr Reins nicht erfinden können.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Nicht neu, aber besser!, 13. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Corporate Language: Wie Sprache über Erfolg oder Misserfolg von Marken und Unternehmen entscheidet (Gebundene Ausgabe)
Wie auch schon bei der "Mörderfackel" stellt Herr Reins sein Talent unter Beweis, andere Leute für ihn die Arbeit machen zu lassen und das Ergebnis anschließend als bahnbrechende Erkenntnis zu verkaufen - meine Hochachtung; gutes Prinzip! Die Systematik, unterschiedliche Zielgruppen unterschiedlich anzusprechen und farbliche Kennungen für die verschiedenen Stilrichtungen vorzunehmen sowie das Konzept einer unternehmensspezifischen Sprache sind nichts Neues mehr (H.-P. Förster veröffentlichte 2006 bereits die 8. Auflage seines Buches mit dem ebenso überheblichen wie einfallslosen Titel "Texten wie ein Profi", in dem er das Farbsystem anwendet. Im Gegensatz zu CL spricht er nur von CW - Corporate Wording.) Trotzdem ziehe ich das Buch von Reins vor - es wird meiner Vorstellung von Werbung als Gebrauchskunst eher gerecht. Es reicht eben nicht, nach vorgegebenen Schemata roboterhaft Worte aneinander zu reihen, um einen guten Text zu produzieren. Das macht CL mehr als deutlich. Auch die Beispiele aus der (fiktiven) Praxis - da wird ein Mineralwasser von unterschiedlichen Textern für unterschiedliche Zielgruppen beworben - unterstreichen einleuchtend Reins' Anliegen: wir schreiben für Individuen, nicht für eine dumpfe Masse! Und schließlich bleibt zu hoffen, dass Herrn Reins' Buch Beachtung bei den Entscheidern findet, die bisher die deutsche Sprache und deren donquichottehafte Ritter vom Federkiel, die Texter, stets als Nebenprodukt gesehen und viel zu stiefmütterlich behandelt haben. Insofern empfehle ich das Buch gerne jedem Texter, der das ein oder andere Mal vielleicht einen Beleg benötigt, um Berater oder Kunden davon zu überzeugen, warum er/sie gerade diese Formulierung gewählt hat; als auch jedem Manager, der ernsthaft vorhat, sein Unternehmen schärfer zu profilieren.
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