Wahre Standardwerke haben viele Auflagen und hohe Preise. Beides trifft hier zu. Weniger eindeutig ist die Auslegung des Begriffs "umfassende Aktualisierung". Da Fachleute die Standardwerke ihres Gebietes bereits besitzen, möchten sie gerne wissen, wo eine Neuauflage auf der Aktualisierungs-Skala liegt. Im vorliegenden Fall nicht sehr weit oben. Denn ausser einem zeitgemässeren Schriftbild, fünf neuen Fallbeispielen und aktualisierten Literaturangaben bringt die 11. Auflage nichts Neues. Selbst bei den Fallbeispielen scheint die Zeit stillgestanden zu sein. Der Fall ABB wurde zwar überarbeitet, bleibt aber dummerweise dort stecken, wo es interessant würde, beim Niedergang des Unternehmens trotz mustergültigem CI. Ein ähnliches Unbehagen beschlich mich beim Vergleich der beiden Artikel zur Deutschen Telekom AG. Nur einfach mit dem vorhandenen Bildmaterial zu spielen kann ich nicht unter die Rubrik Überarbeitung einreihen. Ich wünschte mir auch, dass die Autoren darauf eingehen, weshalb Unternehmen trotz beispielhafter Corporate Identity vom Erfolgsweg abkommen können. Corporate Identity ist keine Religion, sondern ein wichtiges Werkzeug, das nur im Zusammenspiel mit anderen Tools seine Wirkung entfalten kann. CI vom oft erhobenen Vorwurf des schönen Scheins zu entlasten, wurde im Kapitel Fallbeispiele leider verpasst. Trotz dieser Kritik bleibt unbestritten, dass es kein besseres Buch über Corporate Identity gibt. Denn der theoretische Teil überzeugt nach wie vor.