(Achtung: Diese Rezension verraet viele Details ueber die Handlung des Buches. Spoiler Warnung!)
Das Buch beginnt wunderbar. Es schildert das Leben des griechischen Dorfarztes Iannis und seiner 17-jaehrigen Tochter Pelagia auf der Insel Kephallonia, kurz vor Beginn des zweiten Weltkrieges. Man lernt die Dorfbewohner kennen und lieben, Pelagia verlobt sich mit dem Fischer Mandras. Der Krieg beginnt, Mandras verlaesst die Insel und dient als Soldat an der Albanischen Grenze. Die Insel wird von der Italienischen Armee besetzt, und Capitano Antonio Corelli nimmt Quartier im Hause des Arztes. Corelli spielt gerne Mandoline, ist freundlich zu den Dorfkindern, schaemt sich fuer das Benehmen der Faschisten, und entspricht so gar nicht dem Bild vom boesen Feind. Es entwickelt sich eine leise Liebesgeschichte zwischen Corelli und der Arzttochter Pelagia. Das Buch schildert die Kriegsjahre aus der Sicht des Dorfes. Nach dem Sturz Mussolinis uebernehmen die Deutschen die Macht auf der Insel, und wueten fuerchterlich. Italiener und Griechen werden reihenweise ermordet. Corelli ueberlebt (durch Zufall! und was fuer einen Zufall!), und entkommt nach Italien. Pelagia wartet auf ihn.
Das sind die ersten 80% des Buches. Dann reisst der Spannungsbogen poetzlich ab. Die Handlung wird nur noch skizzenhaft hingeworfen, und fasst die folgenden 45 Jahre zusammen. Der Author scheint die Lust am Schreiben verloren zu haben. Die letzten Seiten klingen an die "Liebe in den Zeiten der Cholera" von Garcia Marquez an.
Zu 80% ein wunderbares Buch, zu 20% eine Enttaeuschung!
Einige kleine Fehler. Erstens: Der Author vermischt und verwechselt die Widerstandsbewegungen ELAS und EDES (die EDES kaempft im Buch heldenhaft gegen die Besatzer, waehrend die ELAS-Leute nur faul herumliegen). Die Historiker sehen das genau umgekehrt. Die ELAS war auch mehr als zehnmal so gross wie die (ziemlich unbedeutende) EDES. Zweitens: Der Author fuehrt einen "guten" Nazi ein. Um ihm menschliche Zuege zu verleihen, macht er ihn zu einem Pastorensohn aus den Tiroler Bergen. Die Tiroler Bergdoefer sind durch und durch katholisch (und zwar von der schwaerzesten Seite). Es ist unvorstellbar, dass es da in den 30er Jahren irgendwo einen evangelischen Pastor gegeben haben soll.