eigentlich bin ich stinkesauer auf die Heidelberger Vertriebsfirma, die mir noch vor einem Jahr ohne ein Sterbenswörtchen auf die bevorstehende Übernahme Bibble5 für Linux zum Preis von 149 Euro verkauft hatte, sicher wissend, dass sie schon ein paar Monate später keine Updates mehr ausliefern würden.
Mich überraschte die Übernahme durch Corel am Jahresanfang ziemlich; auch die Information, dass es nun mit Updates für Bibble5 vorbei sei und man sich doch das viel bessere Bibble6, Entschuldigung After Shot Pro, kaufen solle, wenn man weiterhin auf dem Laufenden zu sein gedenke. Einen nennenswerten Unterschied zwischen Bibble 5.2.3. und dem jetzigen AfterShot-Pro sehe ich aber nicht. Die Begründung des Unterschiedes durch Corel ist auch ziemlich "WischiWaschi", da heißt es: ".. es ist unser Bestes und stabiler ist es auch ..."
Mein visueller Eindruck: Die mit Bibble5 gemachten JPEGs sind nicht ganz so grellbunt, wie sie AfterShot-Pro mit gleichen Einstellungen hinten raus bringt.
Ärgerlich ist auch, die ganzen gesammelten PlugIns für Bibble5 laufen nicht mehr in AfterShotPro und auch das NoiseNinja-Plugin verweigert hartnäckig seinen Dienst. Da heißt es nur wiedermals "NEU-Kaufen".
Ein großzügiges AfterShot-Lite war zu vergessen, ich bin froh mir die 20 Euro gespart zu haben. Was soll man damit, wenn man das Bibble5 nebenher noch hat und die voll funktionierende Demoversion ist kostenlos. Am Ende trennt man sich entweder von Bibble5 bzw. AfterShotPro ganz oder man nimmt den Stab mit AfterShot-Pro samt erneuter Kosten nochmals neu auf - so wie ich. Für Linux-User bleibt da meist auch kein anderer Weg; alle OpenSource-RAW-Konverter kommen an Bibble5 bzw. AfterShot-Pro nicht mal im entferntesten ran. Auch Darktable noch nicht.
Da Bibble für mich unverzichtbar war und ist - egal wie es nun heißt, habe ich das Geld erneut investiert und mir AfterShot-Pro samt gültigen Key und einem endlich mal gedruckten Handbuch gekauft.
Ich hege nun alle Hoffnung, das Corel mit dieser ausgezeichneten Software, die dem Unternehmen ja quasi fertig entwickelt "zugefallen" ist, wie der Jungfrau das Kind, nicht wieder das macht, was in der Vergangenheit mit nahezu fast jeder Linux-Software wiederholt gemacht hat - es hat diese nämlich immer irgendwann einfach sterben lassen. Die Zukunft wird es zeigen, ob dieses ausgezeichnete Programm mit dem wohl schnellsten RAW-Workflow weiter verfügbar bleibt oder wie so vieles wieder den Aktionären nicht genug abwirft und dann sang- und klanglos verschwindet - so wie Corel-Linux oder die Linuxversion von Corel Draw.
Sehen wir mal, ob man Corel in zwei oder drei Jahren auch fünf Sterne geben kann, so wie dieses Programm schon jetzt 5 Sterne wert ist. In der Handhabungsweise entspricht es weitgehendst dem bekannten Lightroom. Auch von diesem Programm starb schon einmal eine Linux-Version quasi über Nacht.
Wenn sich andersherum die Linux-Entwickler dann endlich auch mal abgewöhnen würden in fast geisteskranker Manier alle 6 Monate eine neue Distributions-Version auf den Markt werfen zu müssen und laufend Unruhe zu stiften, wie das z.B. Ubuntu macht und wenn endlich mal für 3-5 Jahre Ruhe einkehren würde, dann müßten auch die Entwickler der Bezahlsoftware nicht alle 6 Monate ggf. Codes umschreiben u.ä. und die Kunden könnten mit der Software einfach mal länger und überschaubar planbar arbeiten. Damit wäre beiden Seiten gedient.
Vielleicht sind z.B. die neuen Support-Zeiten von erstmals erfreulicherweise fünf Jahren für die LTS-Versionen von Ubuntu, Kubuntu und Xubuntu ein neuer mal wirklich richtiger Anfang hierfür, so dass man die gekaufte Software wirklich mal lange fünf Jahre problemlos nutzen kann. Dann lohnt sich der Kauf dieses Programmes nämlich endlich wirklich richtig.
Dem Linux-User uneingeschränkt zu empfehlen - nur für den vermag ich zu sprechen. In der Box sind die Programmversionen für Windows, MAC und Linux drin mit einem universellen Key - auch das ist neu und ein gedrucktes Handbuch (!!!)
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der Fairness halber noch eine Anfügung:
Wenn man sich mit dem Programm direkt bei Corel registriert und in die Mailingliste einträgt, bekommt man Zugriff auf etliche kostenlose und sehr interessante PlugIns. Das läßt den Schmerz über die alte nun nicht mehr verwendbare PlugIn-Sammlung erträglicher werden. So wie man es dort lesen kann, werden die PlugIns ständig erweitert und zwar um freie als auch zu bezahlende PlugIns.