Lange Zeit war es still um den Backkatalog von Phillip Boa. Nachdem seine ehemalige Plattenfirma sämtliche Lagerbestände geräumt hatte, wurde vom umfangreichen boa'schen Backkatalog keine Neuproduktion mehr in Auftrag gegeben. Nun endlich haben Boa und seine langjährige Plattenfirma Polydor/Universal sich darauf verständigen können, einen ersten Teil seiner alten Alben überarbeitet wieder zu veröffentlichen. Die Re-Releases wurden von Mastering Guru E. Eroc neu gemischt und mit zusätzlichen Bonustracks und ausführlichen Booklets versehen. Den Anfang von BOA RE-MASTERED machen die Alben Copperfield (1988), Hair (1989) und Hispañola (1990). Demnächst sollen die Alben Helios, Boaphenia und God folgen und somit den Backkatalog wieder vervollständigen.
COPPERFIELD RE-MASTERED
1988 erschien das Majordebüt Album von Phillip Boa und seinem Voodooclub. Die ersten Boa Veröffentlichungen auf der Mini-LP Most boring world und dem Debüt Album Philister sowie die Verkaufserfolge vom zweiten Album Aristocracie hatten die Industrie hellhörig werden lassen. Die damalige Indie-Szene witterte Verrat und übersah dabei, dass damit einer ganzen Musikszene der Zugang zu großen Major Labels ermöglicht wurde. Tim Renner hatte Phillip Boa dazu bewegen können, bei Progressive Music von Polydor (aus der später Motor Music hervorging) zu unterschreiben. Nachdem die ersten Alben noch im Alleingang produziert wurden, begab man sich beim Majordebüt in die Hände der englischen Produzenten Legende John Leckie, was sich hörbar im Sound des Albums widerspiegelt. Leckie versuchte hier und da die vorher zum Markenzeichen gewordenen Ecken und Kanten glatt zu bügeln, was ihm aber nur mässig gelang. Das Debüt Album bei der Industrie wirkt auch heute noch völlig losgelöst von jeder musikalischen Norm und verblüffte Fans und Kritiker gleichermaßen, welche mit einer Mainstream Anbiederung des ehemaligen "Papst of Independent" gerechnet hatten. Neben dem Boa Klassiker Kill your ideals enthält das Album auch die Songs Andy W. und Lunatics over Brighton, welche auch heutzutage noch im Live Programm auftauchen.
Der Hardcore Fan und Sammler dürfte die Bonustracks bereits sicher allesamt im Regal stehen haben, für alle anderen gilt, hier gibt es erstmalig die dazugehörigen B-Seiten und Outtakes dieser spannenden Schaffensperiode chronologisch zusammen auf einem Album vereint und nicht über diverse Single B-Seiten verteilt. Als Bonbon gesellt sich noch eine fulminate Live Version von Kill your ideals (angeblich aus dem Jahre 1995?!) dazu.