Meine Herren, was haben wir denn hier?!
Bei DER TEUFELSGARTEN handelt es sich um den letzten Film der in den 60ern gedrehten französischen Reihe um den Agenten Coplan (FX18).
In Deutschland eigentlich nahezu unbekannt, da man Hierzulande schon auf James Bond eingeschworen war, fristeten diese Agentenfilme zu Unrecht ein Mauerblümchendasein.
Die Erklärung mag darin zu finden sein, daß gegenüber James Bond der Identifikationsfaktor fehlte.
War Agent James Bond auch tatsächlich immer James Bond, und hatte 007 immer nur einen Darsteller, so war Agent Coplan nicht immer Coplan und wurde FX18 bei jeder Mission von einen anderem Schauspieler dargestellt.
Dummerweise hieß Coplan in Deutschland abwechselnd mal Clifton, Cooper oder Collins und auch das Kennzeichen FX18 wurde nicht durchgehend beibehalten.
Wer sich diese Vermarktungsstrategie ausgedacht hat, gehört Heute noch der Hintern versohlt.
Jedenfalls wurden nur 5 Fime im Zeitraum von 1964-68 gedreht, wobei TEUFELSGARTEN der letzte dieser wohl als exotisch zu bezeichnenden Filme ist.
Die Geschichte an sich läßt sich eigentlich ziemlich langsam an, aber ab ungefähr der Hälfte legt der Film kontinuierlich an Tempo und Spannung zu.
Der Film versprüht eine äußerst merkwürdige Atmosphäre, zeitweise psychedelisch wie ich finde.
Das "Mastermind" erinnert an das Phantom der Oper und an James Bond Bösewicht Blofeld gleichzeitig.
Es ist Atomforscher Hugo Gernsbach, der ob seiner Erfindung durchgeknallt und zum Vernichter der Erde mutiert ist.
Für Schmunzeln ist auch gesorgt, und zwar durch den türkischen Geheimdienstchef Lieutenant Sakki.
Zunächst furchteinflößend, entpuppt er sich mit der Zeit als liebenswerter und sympathischer Kauz.
Gefallen hat mir auch noch Carol, die wir auf dem Cover zu sehen bekommen, und die als peitschenschwingende Kommandeurin auf der Zitadelle ein eisernes Regiment führt.
Sie ist eine Ex-Agentin und hat mittlerweile die Fronten gewechselt.
Das ganze Mysterium wird zu guter Letzt aber aufgeklärt und die Welt gerettet.
Das hätte ein James Bond nicht besser machen können.
Coplan hat allerdings keinen Geheimwaffenschnickschnack zur Verfügung, sondern nur seine Fäuste und Pistolen.
Bild (anamorph!!) und Ton sind ganz gut. Man sollte bei der Bewertung die Seltenheit dieses Filmes miteinbeziehen.
FAZIT:
Spionagefilm der anderen Art. Filmfreunden und Freunden des Euro-Spionage-Trash Films sehr ans Herz gelegt.
Auf Grund der Seltenheit auch allen Anderen zu empfehlen.