Ich finde, man muss einem Missy/Timbo-Fan von Anfang an klarmachen, dass 'The Cookbook' kein reguläres, zu 90% von Timbaland produziertes Missy-Album ist, wie all die Vorgänger.
Das hört man der Platte letztendlich auch an; die einzigen beiden Timbaland Tracks sind das zusammen mit WEM? Mike Jones entstandene 'Joy' was irgendwie zwischen Houston und NYC-Style pendelt und für Mr. Mosley's Verhältnisse ziemlich düster ausfällt, und 'Partytime'. Der Name des Songs lässt auf eine Clubbombe a la 'Pass That Dutch' hoffen, ist überraschender Weise doch sehr lahm, aber funky.
'Irresistible Deliscious' featuret Old-School Legende Slick Rick, der mit seinem lakonischem Flow und unwiderstehlichem britischen Akzent zu überzeugen weiss. Das für meinen Geschmack etwas abgedrehte 'Lose Control' wird bestimmt für fliegende Fetzen auf der Tanzfläche sorgen, dass old-schoolige Gegenstück dazu ist dass direkt darauf folgende 'My Struggles' mit Grang Puba und einer rappenden Mary J. Blidge.
Scott Storch liefert eines seiner zu Unrecht beliebten Mittelmaß-Instrumentals für 'Meltdown' ab, während die Neptunes mit 'On & On' einen treibendes Bassmonster der 1sten Klasse abliefern. 'We Run This' ist ebenfalls ein Dancefloorkiller, genauso wie die mit heftigen Drums ausgestattete Dancehallhymne 'Bad Man' mit Vybz Cartel und M.I.A..
Es sind doch zu viele langsame soulfulle Stücke auf dem Album, was einen Fan leicht irritieren wird. Ich zumindest erwarte bei einem Missy-Album eher die futuristischen Clubbanger als lahme Soultracks. Dass ganze 'Cookbook' hindurch wird Track für Track von 'lahm' zu 'schnell' gewechselt, was es dann doch schwer macht, es in einem Zug durchzuhören.
Vielleicht hat Timbaland ja nächstes mal ein grösseres Wörtchen mitzureden, hoffentlich.